Die ukrainische Wirtschaft steht vor einer ernsthaften Herausforderung im Bereich der technischen Salzgewinnung, nachdem das größte Unternehmen „Artemsol“ in Soledar verloren ging. Die Situation begann sich jedoch zum Besseren zu wenden, dank der Wiederaufnahme der Arbeit im Teremblian-Vorkommen. Trotz langwieriger Unternehmenskonflikte und Versuche von Raubübernahmen ist das Unternehmen wieder in die Produktbelieferung eingetreten, was Perspektiven für die Deckung des innerstaatlichen Defizits eröffnet.

Rückkehr in Betrieb nach dem Konflikt

Das Teremblian-Vorkommen, das ein strategisch wichtiger Vermögenswert ist, durchlief in den Jahren 2024–2025 eine schwierige Phase. Grund für die Einstellung der Arbeiten war ein scharfer Unternehmenskonflikt zwischen den Eigentümern des Betreibers, der LLC „Kation Invest“. Vor dem Hintergrund von Meinungsverschiedenheiten wurde die Förderung eingestellt, was eine Bedrohung für die Marktstabilität darstellte.

Jedoch nahm das Unternehmen bereits im Herbst 2025 die Arbeit wieder auf. Wie der Direktor von „Kation Invest“, Sergei Kondratjew, bestätigte, wurden die Lieferungen von technischem Salz an ukrainische Unternehmen aufgenommen. Derzeit kauft das Unternehmen aktiv Teremblian-Salz ein und orientiert sich an der Saison 2026–2027.

Der Kampf um die Sondergenehmigung

Die Wiederherstellung der Arbeit ging nicht ohne Intrigen und Versuche zur Änderung der Kontrolle über die Vermögenswerte vonstatten. Im November 2025, so Sergei Kondratjew, ereignete sich im Unternehmen ein illegaler Führungswechsel. Die Direktoren wurden durch einen ehemaligen Abgeordneten des Stadtrats von Pryluky ersetzt, der, laut Kondratjew, der Miteigentümerin Oksana Omeljanenko unterstand. Der neue Leiter versuchte sofort, die Sondergenehmigung zur Nutzung des Untergrunds an eine fremde Firma aus Pryluky zu verkaufen.

Die Seite des Miteigentümers Igor Gerei (der 5 % der Anteile hält) und Oksana Omeljanenko (45 % über die AG „ZNVKIF „Yukon“) bestreitet die Vorwürfe des Raubüberfalls kategorisch. Sie behaupten, dass der Wechsel des Direktors im November 2025 eine legale Reaktion auf systematische Verstöße von Sergei Kondratjew war, die zu einer Anhäufung von Schulden, einer Einstellung der Förderung und technologischen Risiken führten. Ihrer Meinung nach war die Ernennung von Alexander Prozur notwendig, um die Arbeit des Unternehmens zu entsperren.

Trotzdem war der Versuch, die Sondergenehmigung im Dezember 2025 zu veräußern, nicht erfolgreich. Die Arbeitsgruppe des Staatlichen Geologischen Fonds verweigerte den Wechsel des Nutzers aufgrund einer Steuerschuld und der Vorlage unzuverlässiger Daten. Schließlich wurde Sergei Kondratjew durch die Anti-Raubkommission des Justizministeriums in sein Amt wieder eingesetzt, und die Neuregistrierung der Sondergenehmigung durch ihn wurde blockiert.

Wirtschaftliches Potenzial und Zukunftspläne

Das Teremblian-Vorkommen verfügt über enorme Reserven: 15,5 Millionen Tonnen der Kategorie C1 und mehr als 500 Millionen Tonnen der Kategorie C2. Die Einzigartigkeit des lokalen Salzes liegt in seiner hohen Effizienz. Der Schmelzindex des Teremblian-Salzes beträgt 16 Einheiten, was bedeutet: Ein Kilogramm Salz kann 16 Kilogramm Eis schmelzen. Zum Vergleich liegt dieser Wert bei importiertem ägyptischem Salz bei 5. Dies ermöglicht eine dreimal wirtschaftlichere Nutzung des Teremblian-Salzes.

Im Jahr 2026 plant das Unternehmen, die projektierte Kapazität von 450.000 Tonnen pro Jahr zu erreichen. Dieses Ereignis wird zum Wendepunkt werden, da es den Mangel an technischem Salz in der Ukraine vollständig decken und die Nachfrage nach Lebensmitteln erheblich befriedigen wird.

Kontext: Verlust von „Artemsol“ und Importanstieg

Die Wiederaufnahme des Teremblian-Vorkommens hat eine kritische Bedeutung vor dem Hintergrund des Verlusts des größten Salzbergbauunternehmens des Landes – „Artemsol“ in Soledar – im Frühjahr 2022. Der Marktanteil von „Artemsol“ betrug etwa 90 %, und die Kapazität überstieg 7 Millionen Tonnen pro Jahr.

Nach der Besetzung der Region war die Ukraine gezwungen, die Importe drastisch zu erhöhen. Bereits im Jahr 2022 stiegen die Salzimporte aus dem Ausland fast auf das Dreifache – auf 284.000 Tonnen – und die Ausgaben dafür vervielfachten sich siebenfach. Die vollständige Wiederherstellung der Arbeit des Teremblian-Vorkommens wird es dem Land ermöglichen, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu verringern und sich an neue wirtschaftliche Realitäten anzupassen.