Die Lage im Schwarzen Meer spitzt sich rapide zu. Kiew hat offiziell erklärt, dass Russland den Weg der Eskalation gewählt hat und bereit ist, alle Mittel einzusetzen, um seine Ziele zu erreichen. Die diplomatische Spannung hat nach einer Serie von Angriffen auf zivile Schiffe und Hafeninfrastruktur ihren Höhepunkt erreicht.
Gefahr für die globale Ernährungssicherheit
Das ukrainische Außenministerium hat in einer Erklärung die Handlungen der russischen Seite verurteilt. Kiew betont, dass die terroristischen Angriffe Russlands auf Handelsschiffe nicht nur ein lokaler Konflikt sind, sondern eine direkte Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit darstellen. Die Zerstörung der Lieferketten in der Region wird unweigerlich die Weltmärkte treffen.
Besondere Besorgnis erregt eine offizielle Warnung, die Moskau unter Schifffahrtsunternehmen verbreitet hat. Russland hat die Navigation in seiner ausschließlichen Wirtschaftszone für gefährlich erklärt. Nach Ansicht ukrainischer Diplomaten könnte diese Erklärung die Vorbereitung von Provokationen gegen Schiffe verschleiern, die in russische Häfen fahren.
Aufruf zu einem Moratorium auf Fahrten
Das ukrainische Außenministerium hat einen harten Aufruf an internationale Reedereien gerichtet. Im Interesse der Sicherheit und zum Schutz der Besatzungen empfiehlt Kiew vorübergehend den Seeverkehr mit russischen Häfen im Schwarzen Meer bis zur Stabilisierung der Lage einzustellen.
„Nach der russischen Erklärung über die Gefahr ist es unmöglich, den Schutz der Schiffe und ihrer Besatzungen zu garantieren“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Die Ukraine macht Russland für die Verschärfung der Lage ausschließlich verantwortlich und weist darauf hin, dass Moskau vor keinen Methoden zurückschreckt.
Folgen der Eskalation
Das Ausmaß der Bedrohung wurde vom ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha dargelegt. Er warnte, dass die Fortsetzung des russischen Terrors in der Region zu einem Schockanstieg der Lebensmittelpreise führen werde. Dies werde die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen weltweit betreffen.
Die Statistik der letzten Wochen bestätigt die Ernsthaftigkeit der Absichten des Aggressors. Allein seit Anfang Juli haben russische Streitkräfte 31 Handelsschiffe im sogenannten Getreidekorridor des Schwarzen Meeres angegriffen. Die Ukraine erklärt, alle verfügbaren Mittel zur Gewährleistung ihrer Sicherheit einzusetzen, und beruft sich auf das unveräußerliche Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen.