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title: "Teuerer Strom für die Metallurgie: Die ersten Auktionen gewannen nicht die Industrie, sondern Händler"
description: "Die ersten Auktionen für langfristige Stromverträge in der Ukraine gewannen nicht die Industrie, sondern Händler. Experten schlagen vor, die Lose auf 20 MW zu erhöhen, die Sicherheitsleistung zu fixieren und die Spekulanten aus dem Kreis der Käufer auszuschließen."
date: 2026-08-26T07:02:03.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/teurer-strom-fuer-die-metallurgie-auktionen-fuer-die-industrie-de
tags: [ukraine-energy, electricity-auctions, metallurgy, arcelor-mittal, long-term-contracts, industrial-policy]
publisher: "XAB.info"
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# Teuerer Strom für die Metallurgie: Die ersten Auktionen gewannen nicht die Industrie, sondern Händler

![Arbeiter in einer Metallhütte neben flüssigem Metall: teurer Strom trifft die Branche](https://xab.info/media/2026/08/26/dorogaya-elektroenergiya-dlya-metallurgii-auktsiony-dlya-promyshlennosti/dorogaya-elektroenergiya-dlya-metallurgii-auktsiony-dlya-promyshlennosti-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Die ersten Auktionen für langfristige Stromverträge im Juli 2026 gewannen nicht die Industrie, sondern Händler
- Für den Zugang der Fabriken zu direkten Verträgen müssen die Lose auf 20 MW erhöht, die Sicherheitsleistung fixiert und die Händler aus dem Kreis der Käufer ausgeschlossen werden
- Der Ministerrat verpflichtete im Juni 2026 „Energoatom“ und „Ukrgidroenergo“, bis zu 4 % der Erzeugung auf Auktionen anzubieten
- „ArcelorMittal Kriwyj Rih“ stellte im Februar 2026 das Gießerei-Maschinenwerk wegen steigender Stromkosten still und unterbrach am 16. August den Betrieb des gesamten Unternehmens nach einem Raketenangriff

Im Juli 2026 wurden in der Ukraine die ersten Auktionen zum Verkauf von Strom durch die staatlichen Erzeugungsunternehmen „Energoatom“ und „Ukrgidroenergo“ über langfristige bilaterale Verträge durchgeführt. Der Mechanismus, der energieintensiven Industriezweigen Zugang zu vorhersehbaren und voraussichtlich günstigeren Strompreisen verschaffen sollte, war in der Praxis für die Endverbraucher nicht zugänglich. Laut Angaben des Mediums RBC-Ukraine waren die Hauptgewinner der Auktionen nicht Fabriken und Metallwerke, sondern Händler – Marktteilnehmer, die sich auf die kurzfristige Dynamik des äußerst volatilen „Day-Ahead“-Marktes ausrichten.

### Händler verdrängen die Industrie aus den Auktionen

Wie Experten anmerken, unterscheidet sich die Preisstrategie der Händler bei den Auktionen grundlegend von den Bedürfnissen der Industrieunternehmen. Die Händler legen in ihre Gebote Erwartungen zur künftigen Preisentwicklung auf dem „Day-Ahead“-Markt ein, was ihre Angebote bei den Auktionen wettbewerbsfähig macht. Die Industrie ist hingegen daran interessiert, den Preis für lange Zeiträume – ein Quartal, ein Halbjahr oder ein Jahr – zu fixieren, um ein stabiles Finanzmodell der Produktion aufzubauen. Infolgedessen wurden energieintensive Branchen wie die Metallurgie bereits bei den ersten Auktionen aus dem Kreis der Käufer verdrängt.

### Was an den Auktionsregeln geändert werden muss

Damit Fabriken und Metallwerke einen echten Zugang zu direkten Verträgen mit den Stromerzeugern erhalten, müssen eine Reihe wesentlicher Änderungen an den Auktionsregeln vorgenommen werden. Insbesondere schlagen Experten vor, die Händler aus dem Kreis der Käufer auszuschließen und die Losgröße zu erhöhen – beispielsweise auf 20 Megawatt, was nach Einschätzung des Unternehmens „ArcelorMittal Kriwyj Rih“ besser zum Verbrauchsprofil großer Industrieunternehmen passen würde. Außerdem wird vorgeschlagen, den Ansatz zur Festlegung des Startpreises zu überarbeiten: anstelle des derzeitigen, nach Ansicht der Marktteilnehmer überhöhten Satzes sollte der Indikator des gewichteten Durchschnittspreises auf dem „Day-Ahead“-Markt (RDN) für den vorherigen Zeitraum mit einem Abschlag von 30 % verwendet werden. Darüber hinaus sollten die Erzeugungsunternehmen das Stromangebot bei den Auktionen auf das Doppelte – auf 4 % des Erzeugungsvolumens – erhöhen und die Anforderung der Teilnahme von mindestens fünf Auktionsteilnehmern streichen. Eine separate Frage bleibt die Höhe der Sicherheitsleistung, die derzeit der Verkäufer im Rahmen der festgelegten Grenzen nach eigenem Ermessen bestimmt; um die Vorhersehbarkeit des Finanzmodells zu gewährleisten, muss deren Satz fixiert werden.

### Rechtsgrundlage und Verpflichtungen der Erzeuger

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Durchführung solcher Auktionen wurden Mitte Juni 2026 gelegt, als der ukrainische Ministerrat die Durchführung von Auktionen erlaubte, deren Ergebnis die Abschluss von Verträgen für ein Quartal, ein Halbjahr und ein Jahr ist. Die Pflicht, Strom für die entsprechenden Zeiträume zu verkaufen, wurde den staatlichen Unternehmen „Energoatom“ (Betreiber der Atomkraftwerke) und „Ukrgidroenergo“ (große Wasserkraft- und Pumpspeicherwerke) auferlegt. Zusammen sind diese beiden Unternehmen verpflichtet, im Rahmen der Auktionen bis zu 4 % des prognostizierten Erzeugungsvolumens zum Verkauf anzubieten. Wie sich jedoch bei den ersten Auktionen zeigte, reichte die formale Verpflichtung nicht aus – ohne Anpassung der Auktionsmechanik konnte die Industrie das neue Instrument nicht nutzen.

### Der Preis für die Metallurgie: von der Werkshalle bis zum Raketenangriff

Das Problem des teuren Stroms für den ukrainischen Metallurgiesektor ist kein abstraktes. Im Februar 2026 war das Unternehmen „ArcelorMittal Kriwyj Rih“ gezwungen, den Betrieb einer einzelnen Einheit – des Gießerei-Maschinenwerks – wegen der Unrentabilität seiner Arbeit bei steigenden Stromkosten zu unterbrechen. Am 16. August 2026 musste das gesamte Unternehmen „ArcelorMittal Kriwyj Rih“ infolge eines Raketenangriffs, bei dem zwei Menschen getötet und 13 Mitarbeiter verletzt wurden, den Betrieb einstellen. Die Industrie steht somit unter doppeltem Druck: sowohl durch die Energiekosten als auch durch die militärischen Risiken, was den Zugang zu langfristigen Stromverträgen zu einer Frage nicht nur der wirtschaftlichen, sondern auch der produktionssicherheitspolitischen Bedeutung macht.

### Position der Industriegemeinschaft

„Der Zugang zu langfristigen Verträgen für industrielle Verbraucher muss eines der Schlüsselkriterien bei der Gestaltung der Auktionsregeln sein“, erklärte der Präsident des Ukrainischen Verbands der Industriellen und Unternehmer Anatolij Kynach, dessen Worte in der Veröffentlichung von RBC-Ukraine zitiert werden. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass die aktuelle Auktionsarchitektur, die auf kurzfristige spekulative Aktivität ausgerichtet ist, zugunsten jener Teilnehmer überarbeitet werden muss, die tatsächlich auf einen mehrjährigen Preisanker für die Planung von Kapitalinvestitionen und die Modernisierung der Produktion angewiesen sind.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Langfristige Stromverträge für die Industrie. Was muss getan werden, damit sie zur Realität werden?](https://www.rbc.ua/ukr/news/dovgi-kontrakti-elektroenergiyu-promislovosti-1787576860.html) - Источник содержит все ключевые факты: результаты июльских аукционов, предложения по изменению правил, цитату А. Кинаха, контекст июньского решения Кабмина, информацию об остановке Литейно-механического завода в феврале и ракетном ударе 16 августа. Противоречий внутри текста не обнаружено.

## ❓ FAQ

### Q: Wer hat die ersten Auktionen für langfristige Stromverträge in der Ukraine gewonnen?
**A:** Hauptgewinner der im Juli durchgeführten Auktionen von „Energoatom“ und „Ukrgidroenergo“ waren nicht die industriellen Verbraucher, sondern Händler, die sich auf die kurzfristige Dynamik des „Day-Ahead“-Marktes ausrichten.

### Q: Welche Änderungen schlagen Experten für den Zugang der Industrie zu direkten Verträgen vor?
**A:** Vorgeschlagen wird, die Händler aus dem Kreis der Käufer auszuschließen, die Losgröße auf 20 MW zu erhöhen, den Satz der Sicherheitsleistung zu fixieren, den Startpreis zu überarbeiten (gewichteter Durchschnittspreis des RDN mit 30 % Abschlag), das Angebot der Erzeuger auf 4 % der Erzeugung zu erhöhen und die Anforderung von mindestens fünf Auktionsteilnehmern zu streichen.

### Q: Wann hat der Ministerrat die Durchführung solcher Auktionen erlaubt?
**A:** Mitte Juni 2026 erlaubte der Ministerrat die Durchführung von Auktionen zum Abschluss von Verträgen für ein Quartal, ein Halbjahr und ein Jahr und legte die Verkaufspflicht „Energoatom“ und „Ukrgidroenergo“ in Höhe von bis zu 4 % des prognostizierten Erzeugungsvolumens auf.

### Q: Wie hat sich der teure Strom 2026 auf „ArcelorMittal Kriwyj Rih“ ausgewirkt?
**A:** Im Februar 2026 unterbrach das Unternehmen den Betrieb des Gießerei-Maschinenwerks wegen der Unrentabilität bei steigenden Stromkosten. Am 16. August 2026 stellte das gesamte Unternehmen infolge eines Raketenangriffs den Betrieb ein, bei dem zwei Menschen getötet und 13 verletzt wurden.