Im Werk von Textron Systems in Slidell (Bundesstaat Louisiana) wurde offiziell die Fertigungslinie für 65 neue gepanzerte Fahrzeuge der Klasse MSFV für die Streitkräfte der Ukraine in Betrieb genommen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Erklärung des Herstellers. Die ersten Chargen der Fahrzeuge sollen der ukrainischen Seite Ende 2026 übergeben werden.

Wiederbelebung der legendären Plattform

Es handelt sich um eine Modifikation der bekannten Plattform COMMANDO Select. Das Werk in Slidell arbeitet im Vollzyklus: vom Schweißen der Rümpfe über die Systemintegration bis hin zu den Endtests. Das Unternehmen betonte, dass die Aufnahme der Produktion das Ergebnis monatelanger Vorbereitung und Koordination sei. An die Arbeit wurden Spezialisten herangezogen, die über jahrzehntelange Erfahrung mit früheren Generationen der COMMANDO-Fahrzeuge verfügen.

Dieses Ereignis markiert die Wiederaufnahme der Produktion dieser Fahrzeuge erstmals seit sieben Jahren. Zuvor wurde die Produktion etwa 2019 nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan eingestellt. Ursprünglich wurden die MSFV speziell für die afghanische Armee entwickelt: Die ersten 18 Fahrzeuge wurden 2011 geliefert, und bis 2013 stieg ihre Anzahl auf 634 Einheiten an. Jetzt läuft die Linie wieder ausschließlich für den ukrainischen Auftrag.

Details zum Vertrag und Finanzierung

Die Vereinbarung über die Lieferung von 65 Fahrzeugen wurde im Januar 2026 unterzeichnet. Der Gesamtwert des Vertrags beträgt 163,4 Millionen US-Dollar. Die Finanzierung erfolgt über die Initiative United States Security Assistance Initiative (USAI) im Rahmen des Mechanismus Foreign Military Sales (FMS).

Die Laufzeit der Vereinbarung beträgt drei Jahre. Sie umfasst nicht nur die Herstellung der Fahrzeuge, sondern auch die Lieferung eines Ersatzteilsatzes für ein Jahr Betrieb. Alle Lieferungen sollen bis zum 30. November 2028 abgeschlossen sein.

Spezifikationen und Ausstattung

Das MSFV ist ein vierrädriges gepanzertes Fahrzeug, das auf dem Fahrgestell des M1117 Guardian basiert. Seine wichtigsten Unterschiede zur Basisversion sind der verlängerte Rumpf, verstärkte Panzerung und ein V-förmiger Boden, der die Besatzung vor Minen und improvisierten Sprengvorrichtungen schützt.

Haupttechnische Daten:

  • Masse der Basisversion: ca. 13,4 Tonnen.
  • Maximale Geschwindigkeit: bis zu 101 km/h.
  • Basisbewaffnung: 40-mm-Automatischer Granatwerfer Mk19 und Maschinengewehr M2HB im Großkaliber.

Die für die Ukraine bestimmte Version wird mit verschlüsselten digitalen Kommunikationsmitteln ausgestattet sein. Zudem ist die Option zur Installation ferngesteuerter Kampfmodule mit 12,7-mm- oder 30-mm-Bewaffnung vorgesehen.

Ausbildung des Personals

Ein wichtiger Bestandteil des Vertrags ist das Trainingsprogramm für ukrainische Besatzungen und technische Spezialisten. Es umfasst die Einweisung der Bediener, die Ausbildung im Feldservice und in der Systemdiagnostik. Die Schulungen finden sowohl auf dem US-Gebiet als auch direkt in der Ukraine durch mobile Gruppen in Abstimmung mit der Security Assistance Group-Ukraine (SAG-U) statt.

Kontext der Militärhilfe

Die Aufnahme der Produktion erfolgt vor dem Hintergrund einer Änderung des Vektors der Militärhilfe. Während die Unterstützung seitens der USA abnimmt, erhöhen europäische Länder die Ausgaben für die Verteidigung der Ukraine rasant. Allein im März-April 2026 stellte Deutschland 4,2 Milliarden Euro bereit, hauptsächlich für Luftabwehrsysteme und Drohnen. Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selensky erklärt, dass die Ukraine bereit sei, bei den USA Luftabwehrmittel und andere Waffen im Wert von 30 bis 50 Milliarden Dollar zu kaufen, wobei diese Einkäufe als Form langfristiger Sicherheitsgarantien betrachtet werden.