Der britische Reiseberater Duncan Greenfield-Turk, der über 30 Jahre Erfahrung in der Tourismusbranche verfügt und Dutzende griechische Inseln besucht hat, nannte Tinos im Gespräch mit Styler (unter Verweis auf Metro) sein wichtigstes „geheimtes“ Reiseziel. Die Insel liegt nur 30 Minuten Fährfahrt vom trubeligen Mykonos entfernt, doch der Kontrast zwischen beiden Orten ist laut dem Experten frappierend. Heute, so behauptet der Berater, verkaufen sogar langjährige Immobilienbesitzer auf Mykonos ihre Objekte und ziehen auf Tinos, auf der Suche nach einem ruhigeren Lebensrhythmus. Gleichzeitig bleibt die Insel für Massentouristen relativ unentdeckt, was sie zu einem Fund für alle macht, die das echte Griechenland suchen.

Authentizität, Architektur und Kunst

Der entscheidende Vorteil von Tinos ist seine Authentizität. Auf der Insel hat sich eine elegante Architektur mit venezianischem Einfluss erhalten, dazu die traditionellen blauen Granithügel und charmante Dörfer, die über die Hänge verstreut liegen. Tinos ist zudem für seine handwerkliche Tradition der Marmorschnitzerei bekannt, die zum Teil der lokalen Identität geworden ist und die Insel von den eher „hotelmäßigen“ Nachbarn in der Ägäis unterscheidet.

Gastronomischer Paradies und spiritueller Mittelpunkt

Laut Styler hat sich Tinos unbemerkt zu einer der interessantesten kulinarischen Destinationen der Ägäis entwickelt: In den lokalen Tavernen trocknen Tintenfusssauger in der Sonne, und Köche arbeiten mit frischen regionalen Produkten. Gleichzeitig ist die Insel ein wichtiger Pilgerort – hier befindet sich die prächtige orthodoxe Kirche Panagia Evangelistria, was dem Ort eine spirituelle Dimension verleiht, die rein kurortartige Nachbarinseln nicht haben.

Preise: vom Budget bis zum Luxus

Im Gegensatz zu den bekannten Mykonos und Santorini bietet Tinos laut Styler „völlig angemessene“ Preise für die Unterkunft bei jedem Budget. Der Verweis auf Hotels Combined nennt drei Bereiche: Budget – ab 45 bis 60 Euro pro Nacht (Pensionen und Apartments am Hafen oder in der Inselhauptstadt), Mittelklasse – ab 80 bis 140 Euro (Drei- und Vier-Sterne-Hotels und Boutique-Apartments mit Pool, z. B. Vincenzo Family Hotel oder Crossroads Inn), Luxus – ab 180 bis 400+ Euro (Villen und Fünf-Sterne-Anlagen wie Odera – ein umgebautes neoklassizistisches Herrenhaus – oder Onar Tinos).

Anreise aus der Ukraine

Da, wie das Magazin anmerkt, der Luftraum über der Ukraine geschlossen bleibt, muss die Reise mit Umstieg in benachbarten europäischen Ländern geplant werden, wobei Landverkehr und Billigflieger kombiniert werden. Erste Route: Mit Zug oder Bus nach Warschau oder Krakau, von wo aus täglich günstige Direktflüge von Wizz Air oder Ryanair nach Athen starten; von den Athener Häfen Piräus oder Rafina fahren täglich Fähren nach Tinos – die Schnellfähre in 2 Stunden, die reguläre in etwa 4,5 Stunden. Zweite Route: Mit Bus oder Auto nach Bukarest (oder Transfer aus Odessa/Tschernowitz), von wo aus Wizz Air vom Flughafen Bukarest direkt nach Mykonos fliegt, und von dort sind es 30 Minuten Fährfahrt nach Tinos.

Widersprüchliche Angaben

Hier sollte man ehrlich die Diskrepanz in den „trendigen“ Narrativen verschiedener Medien aufarbeiten. Styler bewirbt unter Verweis auf Metro gerade Tinos als neue „Mekka“ für Ruhesuchende. Gleichzeitig bezeichnen andere Tourismusmedien, insbesondere pravda.ru, eine andere griechische Insel – Karpathos – als das wichtigste unvergessliche europäische Reiseziel des Jahres 2025 und beleuchten zudem die „versteckte“ Seite von Mykonos. Es gibt also im öffentlichen Raum keinen einheitlichen Konsens darüber, welche Insel gerade das „neue Geheimtipp-Ziel“ ist: Für den britischen Reiseberater ist es Tinos, für eine Reihe russischsprachiger Medien – Karpathos. Beide Aussagen sind innerhalb ihrer Quellen korrekt, aber sie konkurrieren um den Status des „wichtigsten neuen Reiseziels“, daher sollte der Leser dies als subjektive Empfehlung eines konkreten Experten und nicht als objektiven Ranking betrachten.