---
title: "Tod nach der Festnahme: Der Ombudsmann der Ukraine fordert Antworten wegen fehlender Obduktion und Verstößen in den TCK"
description: "Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lyubynets hat die Untersuchung des Todes eines Mannes mit Rippenbrüchen eingeleitet, dessen Leiche der Familie ohne Obduktion übergeben wurde. Die Staatsanwaltschaft hat Verfahren gegen die Polizei, die TCK und medizinisches Personal eröffnet. Innerhalb von 5 Monaten im Jahr 2026 wurden über 3000 Beschwerden über Verstöße bei der Mobilisierung eingereicht. ⚖️🚨"
date: 2026-06-11T19:20:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/tod-nach-der-festnahme-der-ombudsman-der-ukraine-fordert-antworten-wegen-fehlender-obduktion-und-verstoessen-in-den-tck
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Tod nach der Festnahme: Der Ombudsmann der Ukraine fordert Antworten wegen fehlender Obduktion und Verstößen in den TCK

![Vertreter des TCO und Strafverfolgungsbehörden halten Bürger auf einer Stadtstraße in Kiew fest — Illustration zum Artikel über Verstöße bei der Mobilisierung](https://xab.info/media/2026/06/11/smert-posle-zaderzhaniya-ombudsman-ukrainy-trebuot-otveta-za-otsutstvie-vskritiya-i-narusheniya-v-tck/smert-posle-zaderzhaniya-ombudsman-ukrainy-trebuot-otveta-za-otsutstvie-vskritiya-i-narusheniya-v-tck-1.webp)

In Kiew entbrennt ein skandalöser Fall, der systemische Probleme in der Arbeit der Strafverfolgungs- und medizinischen Strukturen aufdecken könnte. Das Büro des Bevollmächtigten der Werchowna Rada für Menschenrechte (Ombudsmann) hat eine Untersuchung der Umstände des Todes eines Mannes eingeleitet, der im Januar 2026 in schwerem Zustand in eines der Krankenhäuser der Hauptstadt eingeliefert wurde. Laut Angaben der Ärzte wurden beim Verletzten multiple Rippenbrüche und eine schwere Brustkorbverletzung diagnostiziert. Einige Tage nach der Hospitalisierung verstarb der Mann.

### Leiche ohne Obduktion übergeben

Ein Schlüsselaspekt des Falls war die Reaktion der Ärzte auf den Tod des Patienten. Dmytro Lyubynets, der Bevollmächtigte für Menschenrechte, erklärte, dass bei einem möglichen gewaltsamen Tod eine pathologische Obduktion obligatorisch ist. In diesem Fall wurden jedoch die Experten nicht zum Leichnam zugelassen: Er wurde den Angehörigen zur Bestattung übergeben, ohne dass eine forensische Untersuchung durchgeführt wurde.

„Heute haben die Gesellschaft, die Angehörigen des Verstorbenen und die Ermittlungsbehörden immer noch keine Antworten auf die wichtigsten Fragen: Was genau war die Todesursache des Mannes und hängen die erlittenen Verletzungen mit dem tödlichen Ausgang zusammen? Das Fehlen einer Obduktion könnte die Aufklärung der Wahrheit in diesem Fall und die Bewahrung wichtiger Beweise erschwert haben“, betonte der Ombudsmann.

### Zwei Strafverfahren

Auf Initiative des Büros des Ombudsmanns hat die Staatsanwaltschaft bereits ein Strafverfahren wegen eines möglichen Missbrauchs der Dienstbefugnisse durch Mitarbeiter der Polizei und der TCK (Territoriale Zentren für Mobilisierung und soziale Unterstützung) eingeleitet. Genau diese Behörden könnten laut Ermittlungsbehörden die Ursache für die schweren Verletzungen des Mannes gewesen sein.

Zusätzlich wurde ein weiteres Verfahren eröffnet – bezüglich eines möglichen unzureichenden Vollzugs beruflicher Pflichten durch medizinisches Personal. Die Ärzte, die die Leiche ohne obligatorische forensische Untersuchung übergeben haben, könnten nun mit schwerwiegenden Konsequenzen konfrontiert werden.

### Mobilisierung und Menschenrechte

Die Situation mit dem Tod des Mannes in Kiew ist nur die Spitze des Eisbergs. Laut Lyubynets sind dem Büro des Ombudsmanns in den fünf Monaten des Jahres 2026 mehr als dreitausend Beschwerden über die Handlungen von Soldaten der territorialen Rekrutierungszentren zugegangen. Dabei könnte die tatsächliche Anzahl der Verstöße nach Einschätzung der Menschenrechtsverteidiger dreimal so hoch sein.

Täglich tauchen in sozialen Netzwerken neue Zeugnisse von Bürgern über Verstöße während der Mobilisierungsmaßnahmen auf. Ein aktueller Fall ereignete sich in der Oblast Tscherkassy: Ein Mann berichtete, dass er von Zivilisten angehalten wurde, die sich weigerten, sich zu identifizieren. Nach der Bitte um Erklärung ihrer Handlungen hörte er Drohungen, und sein Auto wurde beschädigt.

### „Es gibt keine ‚richtigen‘ oder ‚falschen‘ Opfer“

Dmytro Lyubynets besteht darauf, dass seine Arbeit nicht von der öffentlichen Stimmung oder politischen Konjunkturen abhängt. Als Beispiel führte er eine kürzlich durchgeführte Überprüfung im Untersuchungshaftzentrum Odessa an, bei der ein Fall über eine mögliche Erniedrigung eines Mitarbeiters der TCK und der Sozialen Unterstützung untersucht wurde. Als Ergebnis des Monitoring-Besuchs wurden die Unterlagen an die Strafverfolgungsbehörden übergeben.

„Für mich gibt es keine ‚richtigen‘ oder ‚falschen‘ Opfer. Wenn Menschenrechte verletzt werden, muss es eine Verantwortung für die Schuldigen geben“, erklärte der Ombudsmann.

Zur Erinnerung: Im April 2026 veröffentlichte das Büro des Ombudsmanns bereits die Ergebnisse einer Überprüfung des TCK in Uschhorod, bei der zahlreiche Verstöße festgestellt wurden, darunter die illegale Inhaftierung von Personen für einen Zeitraum von 21 bis 50 Tagen. Nun liegt der Fokus der Gesellschaft darauf, wie sich der Fall des Todes des Mannes in Kiew entwickeln wird und ob Gerechtigkeit wiederhergestellt werden kann.