Am 16. September 2026 wurde der Tod des russischen Generalmajors Anton Gruniss bekannt, des Kommandeurs der 4. separaten Gardemotorisierten Schützenbrigade, Rufzeichen „Grosny“. Dies erklärte der stellvertretende Leiter des Hauptenformationsdepartements der Streitkräfte Russlands und Kommandeur der Spezialeinheit „Akhmat“, Apti Alauldinow, in seinem Telegram-Kanal und teilte mit, dass Gruniss „in die andere Welt übergegangen“ sei. Informationen über den Tod des Generals verbreiteten auch russische Z-Publikationen und die Gemeinschaft der Absolventen der Militärschule, die er absolviert hatte. Die genauen Umstände und der Ort des Todes von Gruniss wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von keiner der Seiten offengelegt.
„Goldener Stern“ für Konstantinowka
Der Tod Gruniss erregte großes Aufsehen, da er nur wenige Wochen vor seinem Tod den Titel „Held Russlands“ erhalten hatte. Laut verfügbaren Angaben hatte genau dieser Generalmajor Anfang Juli 2026 persönlich Wladimir Putin über die angebliche „Einnahme“ von Konstantinowka in der Oblast Donezk berichtet. Erst nach diesem Bericht wurde ihm die höchste militärische Auszeichnung verliehen. Zwischen der Verleihung des „Goldenen Sterns“ und dem Tod des Generals lagen somit weniger als zwei Monate – ein Zeitraum, in dem Konstantinowka laut ukrainischen Angaben nicht unter die volle Kontrolle der russischen Truppen gelangte.
Konstantinowka: zwischen Bericht und Realität
Stand 16. September 2026 bleibt Konstantinowka in der Oblast Donezk eine Zone aktiver Kampfhandlungen und liegt nicht unter der vollen Kontrolle Russlands. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte wurden im vergangenen Tag auf dem Konstantinowka-Streifen 18 Angriffe russischer Einheiten verzeichnet. Die Angreifer führten Sturmoperationen in den Gebieten von Konstantinowka und Ilinowka sowie in den Richtungen Osikowe, Nikolajewka, Nowogrigorjewka und Dolgaja Balka durch. Ukrainische Militärs hatten zuvor berichtet, dass russische Einheiten versuchen, über die Flanken in die Stadt einzudringen: Teile der feindlichen Gruppen waren bereits in Konstantinowka eingedrungen, doch ukrainische Einheiten hielten weiterhin ihre Stellungen im Süden, in der Mitte und im Norden der Stadt und führten dort Kämpfe. Die ukrainische Seite charakterisiert die Lage als „sehr schwer“.
Widersprüchliche Angaben
Die Einschätzungen zum Grad der russischen Kontrolle über Konstantinowka unterscheiden sich je nach Quelle erheblich. Der französische OSINT-Analyst Clément Molén bezifferte die russische Kontrolle über die Stadt auf etwa 50 Prozent. Gleichzeitig zeigte die DeepState-Karte Stand Anfang September 2026 nur einen kleinen Abschnitt unter russischer Kontrolle, während ein Großteil der Stadt als „graue Zone“ markiert war. Der Bericht Gruniss an Putin über die „Einnahme“ von Konstantinowka Anfang Juli wird somit von keiner unabhängigen oder ukrainischen Quelle bestätigt, die die Lage vor Ort dokumentiert. Außerdem bestehen Widersprüche in der Formulierung der Todesursache des Generals: Die offizielle russliche Erklärung Alauldinows verwendet den Euphemismus „in die andere Welt übergegangen“, ohne auf Kampfumstände hinzuweisen, während ukrainische Medien (insbesondere KP.ua) direkt von seiner Liquidierung durch die ukrainischen Streitkräfte berichten und die Behauptung einer „Zielangabe durch die eigenen“ hinzufügen, die von keiner der Seiten mit dokumentarischen Beweisen untermauert wird.
Militärischer Kontext: Vorstoß der ukrainischen Streitkräfte in der Oblast Donezk
Der Tod Gruniss ereignet sich vor dem Hintergrund der andauernden Kampfhandlungen in der Oblast Donezk, wo die ukrainischen Streitkräfte laut ukrainischen Quellen in mehreren Abschnitten innerhalb der vergangenen Tage vorrücken konnten. Neue Details der Offensive ukrainischer Einheiten in dieser Region werden bekannt. Der Tod des Generals, der über die „Einnahme“ einer Stadt berichtet hatte, die faktisch nicht eingenommen wurde, verschärft die Debatte über die Kluft zwischen der offiziellen Militärrhetorik des Kremls und der realen Lage an der Front.