Europäische Straßen sind nicht überall gleich sicher. Eine neue Studie der Schweizer Firma Vignette Switzerland hat einen deutlichen Kontrast im Sicherheitsniveau des Straßenverkehrs auf dem Kontinent aufgedeckt. Die Daten, basierend auf Statistiken des Europäischen Rates für Verkehrssicherheit (ETSC) für das Jahr 2025, zeigen, dass die östlichen Nachbarn der EU die besorgniserregendsten Sterblichkeitsraten bei Verkehrsunfällen aufweisen.

Die Top drei der Gefahr

Serbien behält bereits zum zweiten Jahr in Folge den ersten Platz in der Negativliste. Im Land wurden 74 tödliche Unfälle pro Million Einwohner registriert. Dieser Wert liegt 72 % über dem Durchschnitt der Sterblichkeitsrate in der Europäischen Union. Obwohl die Situation kritisch bleibt, verzeichnen Experten einen leichten Rückgang der Sterblichkeitsrate im Vergleich zum Vorjahr.

In die Top 3 der gefährlichsten Staaten gehören ebenfalls:

  • Bulgarien – 71 Tote pro Million Einwohner;
  • Rumänien – 68 Tote pro Million Einwohner.

Urlaubsfallen

Gefahren lauern nicht nur in Ländern mit traditionell schwieriger Verkehrstatistik. Zu den zehn Ländern mit der höchsten Sterblichkeitsrate gehören auch beliebte Sommerurlaubsziele: Portugal, Griechenland, Italien und Frankreich. Experten betonen, dass die positive Dynamik zur Verringerung der Unfallzahlen in einigen dieser Länder praktisch zum Stillstand gekommen ist. So sank die Sterblichkeitsrate in Portugal im letzten Jahrzehnt nur um 1 % und in Frankreich um 6 %.

Der skandinavische Sicherheitsstandard

Während südliche und östliche Regionen mit hohen Sterblichkeitsraten kämpfen, zeigt Skandinavien vorbildliche Ergebnisse. Den ersten Platz in der Liste der sichersten Länder teilen sich Norwegen und Schweden. Dort liegt die Sterblichkeitsrate bei nur 19 Personen pro Million Einwohner – fast viermal niedriger als in Serbien.

Auch Großbritannien, Dänemark und die Schweiz zählen zu den Spitzenreitern in puncto Sicherheit.

Fortschritt und Stagnation

Die Autoren der Studie haben die Veränderungen des letzten Jahrzehnts analysiert. Führend bei der Verbesserung der Lage ist Litauen, das die Anzahl der Verkehrstoten seit 2015 um 43 % reduziert hat. Auch Lettland (minus 37 %), Bulgarien (minus 36 %), Griechenland (minus 35 %) und Ungarn (minus 30 %) verzeichneten erhebliche Fortschritte.

Empfehlungen für Fahrer

Experten rufen Reisende, die Autoreisen durch Europa planen, zu besonderer Vorsicht auf. Sicherheitsstandards und der Zustand der Verkehrsinfrastruktur können sich selbst in Nachbarländern drastisch unterscheiden. Es wird empfohlen, die lokalen Verkehrsregeln im Voraus zu studieren und den Fahrstil an die Bedingungen des jeweiligen Landes anzupassen.