Diese Woche haben von der NABU veröffentlichte Tonbandaufnahmen von Gesprächen des Anführers des Drogenkartells «Chimprom», Jegor Burkin, bekannt als «Mexikaner», ein breites Echo in der Ukraine ausgelöst. Auf den Aufnahmen diskutiert der Verdächtige Versuche, Einfluss auf diejenigen auszuüben, die den Aktivitäten der Gruppierung im Weg standen — unter den von ihm genannten Personen befand sich auch Dmytro Torgalo, der Leiter der Abteilung zur Bekämpfung der Drogenkriminalität der Nationalpolizei. In einem Blitzinterview mit RBC-Ukraine sprach Torgalo detailliert über Drohungen, den Zeitplan der Ermittlungen und den Mechanismus, der es Kriminellen jahrelang ermöglichte, synthetische Cannabinoide unter dem Deckmantel von «Souvenir»-Produkten zu verkaufen.

Von der Initiative zum Verbot: Wie die rechtliche Lücke geschlossen wurde

Torgalo zufolge wandte sich die Nationalpolizei bereits im September 2025 mit der Initiative an das Gesundheitsministerium, das synthetische Cannabinoid ADB-4en-PINACA — genau diese Verbindung wurde in den Produkten des U420-Netzwerks verwendet — in die Liste der verbotenen Substanzen aufzunehmen. Die Dokumentation der Aktivitäten der Geschäfte begann im Dezember 2025: Parallel dazu ermittelten Ermittler und Operativbeamte die Organisatoren, Produktionsstätten, Vertriebswege und Geldströme. Im Februar 2026 beschloss die Regierung das Verbot von ADB-4en-PINACA. Torgalo betonte, dass den Durchsuchungen sowohl die Beweissicherung als auch die Arbeit an den zur Kontrolle der Substanz notwendigen Änderungen vorausgegangen waren. Seinen Angaben zufolge begann diese Arbeit bereits unter der Leitung von Iwan Wyhowskyj und wird unter dem aktuellen Chef der Nationalpolizei, Maksym Zuzkyrydze, fortgesetzt; Operativbeamte der Drogenkriminalitätsabteilung und Ermittler der Hauptuntersuchungsabteilung arbeiten gemeinsam an dem Fall.

Chronologie der Operationen: Von den Durchsuchungen 2025 bis zur Zerschlagung von U420

Drohungen gegen Polizisten gingen Torgalo zufolge während der Vorbereitung und Durchführung konkreter Ermittlungshandlungen ein. Er zählte die Hauptphasen auf: Durchsuchungen bei Mitgliedern der Gruppierung im Juni 2025, Einsätze gegen Anwerbungs-Callcenter von «Chimprom» in der Ukraine, Albanien und Kasachstan in den Jahren 2025–2026 sowie die Operation gegen das U420-Netzwerk im April 2026 und Ermittlungshandlungen gegen das unmittelbare Umfeld des Anführers der Gruppierung in Fällen von Gewaltdelpten. „Daher bringen wir diese Drohungen mit konkreten Ermittlungen in Verbindung. Sie wurden von Polizisten erhalten, die an diesen Fällen gearbeitet haben“, erklärte Torgalo. Er fügte hinzu, dass die Durchsuchungen trotz des Drucks stattfanden, den Verdächtigen Verdachtsmitteilungen übergeben wurden und die Ermittlungen andauern.

«Souvenir»-Produkte und Callcenter: Wie das Gesetz umgangen wurde

Auf die Frage, warum die Geschäfte weiterarbeiteten, obwohl die Polizei von diesen Produkten wusste, antwortete Torgalo, dass die Organisatoren die Tatsache ausnutzten, dass die konkrete Substanz noch nicht in die Liste der verbotenen Stoffe aufgenommen worden war, und die Produkte als „Souvenirs“ verkauften. Um Verantwortliche wegen illegalen Handels zur Rechenschaft zu ziehen, mussten der rechtliche Status der Substanz geregelt und Beweise gegen die Beteiligten gesammelt werden. Das Verbotsverfahren, so sagte er, konnte nicht durch eine einzige Polizeientscheidung umgesetzt werden: Der Entwurf der Verordnung durchlief behördliche Abstimmungen, eine mindestens 30-tägige öffentliche Konsultation und die Genehmigung durch den Staatlichen Regulierungsdienst. „Dieses Verfahren durchliefen wir parallel zur Dokumentation der Aktivitäten des Netzwerks“, so der Leiter der Drogenkriminalitätsabteilung.

Was auf den Aufnahmen des «Mexikaners» zu sehen ist

Auf den von der NABU veröffentlichten Tonbandaufnahmen erwähnt Burkin laut Torgalo selbst geschlossene Geschäfte und Callcenter und erklärt seine Drohungen dann mit dem Satz: „…weil du jetzt dasselbe mit meinen Freunden machst.“ Nach Angaben der Polizei handelt es sich dabei um Personen aus dem Umfeld des «Mexikaners», gegen die zu diesem Zeitpunkt Ermittlungshandlungen durchgeführt wurden. Torgalo wertet diese Äußerungen als Versuch, die Arbeit gegen die Gruppierung und ihr Umfeld zu stoppen. Drohungen habe, so sagte er, nicht nur er persönlich erhalten, sondern auch andere Mitarbeiter der Abteilung, die direkt an dem Fall gearbeitet haben.

Die Rolle der Recherche von Bihus.Info

Im Interview ging Torgalo auch auf die Rolle der journalistischen Recherche von Bihus.Info über das U420-Netzwerk ein, die den «Mexikaner» und seine Partner im illegalen «Geschäft» nach seinen Worten „so beunruhigt“ habe. Die Details dieses Gesprächsteils werden im bereitgestellten Material nicht vollständig offengelegt, jedoch weist allein die Erwähnung der journalistischen Arbeit im Kontext polizeilicher operativer Maßnahmen darauf hin, dass die öffentliche Berichterstattung über die Aktivitäten des Netzwerks einer der Faktoren war, die den Druck auf die «Chimprom»-Infrastruktur verstärkten.