Die Automobilwelt diskutiert ein mutiges Eingeständnis von Toyota. Yoshinori Nagané, der Chefingenieur des RAV4-Modells, gab offen zu, dass das Unternehmen bei der neuen Generation des Crossovers möglicherweise zu viel auf Touchscreen-Steuerung gesetzt hat. Als Reaktion auf die Kritik ist Toyota bereit, Zugeständnisse zu machen und physische Tasten zurückzuführen, falls das Feedback der Besitzer negativ genug ausfällt.
Der Kampf um physische Tasten
Bei der neuen RAV4-Generation haben die Ingenieure eine Reihe wichtiger physischer Bedienelemente beibehalten. Fahrer können weiterhin die Lautstärke, die Klimaanlage und die Fahrmodi mit vertrauten Schaltern steuern. Viele Funktionen, die früher eigene Tasten hatten, wurden jedoch in das Menü des zentralen Touchscreens verlegt. Dazu gehören die Steuerung der Luftströmung, die Richtung der Lüftung und die Sitzheizung.
Yoshinori Nagané gab zu, dass der ursprüngliche Plan noch radikaler war: Das Team strebte danach, die Anzahl der physischen Schalter auf ein Minimum zu reduzieren und so viele Funktionen wie möglich auf den Bildschirm zu verlegen. „Derzeit befinden sich zu viele Funktionen auf dem Bildschirm. Wir haben uns überlegt, wie viele physische Schalter wir beibehalten können', so der Ingenieur.
Reaktion auf die Meinung der Fahrer
Toyota ignoriert das Feedback der Nutzer nicht. Nagané bestätigte, dass das Unternehmen die Meinungen der Besitzer sorgfältig prüft und die Zweckmäßigkeit von Änderungen bei zukünftigen Software-Updates oder Hardware-Anpassungen bewertet. Auf die direkte Frage, ob man bereit sei, mehr Schalter zurückzuführen, antwortete der Chefingenieur eindeutig: „Bei Bedarf – ja“.
Trends auf dem chinesischen Markt
Interessanterweise wird die Überarbeitung der Strategie bezüglich Touchscreens durch Daten aus China untermauert. Nagané merkte an, dass sich die Präferenzen der chinesischen Verbraucher in Richtung klassischer Bedienung ändern. „Chinesische Fahrer wollen kein Auto, das mit Funktionen vollgestopft ist, die von Bildschirmen abhängen; sie wollen Knöpfe und Schalter', betonte er. Dies deutet auf einen globalen Trend hin, bei dem Komfort und haptisches Feedback das Streben nach Minimalismus zu überwinden beginnen.