Der Stürmer der ukrainischen Eishockey-Nationalmannschaft Danil Tracht hat einen Vorschlag gemacht, der zu einem der Schlüsselschritte bei der Popularisierung des Eishockeys im Land werden könnte. Der Sportler, der zum besten Torschützen der Weltmeisterschaft 2026 in der Division IA wurde, rief dazu auf, die Trainingslager der Nationalmannschaft auf der eigenen Heimstätte abzuhalten und sich dabei an der Praxis der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft zu orientieren. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Berufung auf den YouTube-Kanal „Hokejnyj Puls“.
Idee: Die Fußball-Nationalmannschaft als Vorbild
Tracht wies darauf hin, dass es in Kriegszeiten besonders wichtig sei, wirksame Mechanismen zur Entwicklung des Sports und zur Gewinnung der Jugend zu finden. Als Vorbild nannte er die ukrainische Fußball-Nationalmannschaft, die ein Vorbereitungstrainingslager in der Heimat abgehalten hatte. „Natürlich ist Fußball eine andere Liga als Eishockey, aber vielleicht würde uns eine solche Popularisierung sehr helfen. Damit die jungen Leute sehen, wie es überhaupt ist, Eishockey zu spielen, wie die Trainings ablaufen. Damit sie sich mit den Spielern austauschen und etwas Neues sehen können“, erläuterte der Stürmer. Seinen Worten zufolge sei es gerade die lebendige Präsenz der Mannschaft auf dem heimischen Eis, die bei der heranwachsenden Generation ein nachhaltiges Interesse am Eishockey wecken könne, das sich über Fernsehsendungen oder Nachrichtenberichte kaum wiedergeben lasse.
Das Problem der Sichtbarkeit: Warum das Interesse erlischt
Der Eishockeyspieler betonte, dass nach dem Aufstieg der ukrainischen Nationalmannschaft in die höchste Division in den Nachrichten tatsächlich viel über Eishockey gesprochen wurde. Doch die Unmöglichkeit, die Spiele live zu sehen, habe zu einem raschen Erlöschen des öffentlichen Interesses geführt. „Als wir die Weltmeisterschaft gewannen, sprach alle über Eishockey. In den Nachrichten gab es viel Eishockey. Aber die Leute konnten nicht live sehen, was das eigentlich ist… Nach der Weltmeisterschaft haben alle geredet, und dann haben alle vergessen“, merkte der Spieler an. Damit verweist Tracht auf ein systemisches Problem: Ohne regelmäßigen visuellen Kontakt des Publikums mit den Spielern und dem Vorbereitungsprozess lasse sich die Aufmerksamkeit der Fans langfristig nicht aufrechterhalten.
Effizienz bei der WM 2026: Argumente, die schwerer wiegen als Worte
Mit seinem Auftritt auf internationaler Ebene bestätigte Danil Tracht seine hohe Klasse und wurde zu einem der Hauptakteure des Turniers. Bei der Weltmeisterschaft 2026 in der Division IA, die in Sosnowiec (Polen) ausgetragen wurde, belegte der Ukrainer den ersten Platz in der Torschützenliste aller Eishockeyspieler des Turniers. In fünf Spielen erzielte der Stürmer vier Tore und gab vier Torvorlagen und sammelte damit acht Punkte nach dem System „Tor+Vorlage“. Bemerkenswert ist, dass in die Top 30 der torreichsten Spieler der Weltmeisterschaft gleich sechs Vertreter der Ukraine einziehen, was auf einen kollektiven Aufschwung der Nationalmannschaft hinweist.
Kontext: Das letzte Heimtrainingslager und die aktuelle Vorbereitung
Zu beachten ist, dass die ukrainische Eishockey-Nationalmannschaft das letzte Mal in voller Besetzung im Dezember 2021 zu Hause trainierte, als Tracht 18 Jahre alt war. Seither sind mehr als vier Jahre vergangen, in denen die Mannschaft den Weg von den unteren Divisionen bis zur höchsten Spielklasse zurücklegte. Derzeit, so die vorliegenden Informationen, hat der Verein „Sokol“ die Vorbereitung auf die Teilnahme an zwei Meisterschaften begonnen und den besten Eishockeyspieler der Ukraine unter Vertrag genommen, was einen zusätzlichen Impuls für die Entwicklung des Vereins- und National-Eishockeys im Land darstellt. Trachts Vorschlag, Trainingslager in der Heimat abzuhalten, könnte der logische nächste Schritt in diesem Prozess sein.