Vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen auf dem Gipfel der „G7“ (Gruppe der Sieben) wurde über eine bedeutende Verschiebung der Position der US-Regierung gegenüber der russischen Führung berichtet. US-Präsident Donald Trump hat demnach zugegeben, dass Wladimir Putin in der aktuellen Phase des Krieges in der Ukraine in einer schwächeren Position ist als zuvor.

Diese Informationen bestätigte die Journalistin des deutschen Senders DW, Michaela Keßner, deren Aussagen von RBC-Ukraine zitiert werden. Ihrer Aussage nach hörte Trump die Argumente seiner Partner an und stimmte der Einschätzung der aktuellen Lage zu: Der Druck auf Moskau hat zugenommen, und die Manövrierfähigkeit des Kremls hat sich verringert.

Treffen von Merz und Selenskyj: Ein Fenster der Möglichkeiten

Parallel zu den allgemeinen Diskussionen im Rahmen des Gipfels ist ein wichtiges bilaterales Treffen geplant. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj werden unmittelbar nach der gemeinsamen Sitzung mit Donald Trump ein „Gespräch von Angesicht zu Angesicht“ führen.

Merz hatte zuvor von einem „Fenster der Möglichkeiten“ für einen Durchbruch bei der Beilegung des Konflikts gesprochen. Genau diesen Moment gilt es aus Sicht Berlins maximal zu nutzen. Allerdings blieben trotz der aktiven Agenda Fragen zu konkreten militärischen Lieferungen unbeantwortet. Wie Keßner feststellte, ignorierten die Führer die Anfragen der Journalisten bezüglich zusätzlicher Patriot-Luftabwehrsysteme für die Ukraine.

Fokus auf die Beendigung des Krieges

Nach Beendigung der iranischen Krise stand für Washington die Konzentration der Bemühungen auf die Einstellung der Kampfhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im Vordergrund. Trump hatte zuvor betont, dass im Verlauf des Konflikts monatlich etwa 25.000 Menschen ums Leben kommen, was die Frage der Beendigung des Krieges nicht nur zu einem politischen, sondern auch zu einem humanitären Imperativ macht.

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Verhandlungen diskutierten Selenskyj und Trump die Möglichkeit eines Treffens mit Putin auf US-Boden. Das Format eines solchen Treffens sollte so gestaltet sein, dass es dem russischen Führer schwerer fällt, vom Dialog abzusehen. Selenskyj betonte: Sollte Moskau von den Verhandlungen absehen, müsse der internationale Druck auf Russland verstärkt werden.

Zu beachten ist, dass Kiew Russland bereits im Voraus über Vermittler, diplomatische Kanäle und Nachrichtendienste ein Angebot für ein Treffen der Staats- und Regierungschefs während des G7-Gipfels mit dem US-Präsidenten übermittelt hat. Dies zeugt von der Ernsthaftigkeit der ukrainischen Seite und ihrer Bereitschaft zu schwierigen, aber notwendigen Verhandlungen.