Am 16. Juni 2026 machte US-Präsident Donald Trump während eines bilateralen Treffens mit dem Emir von Katar im Rahmen des G7-Gipfels in Frankreich eine weitreichende Aussage zur Rolle Amerikas im ukrainischen Konflikt. Der Chef des Weißen Hauses betonte, dass die Vereinigten Staaten nicht direkt am Krieg teilnehmen, sondern lediglich Waffen liefern, und forderte Europa auf, die volle finanzielle Verantwortung für die Unterstützung Kiews zu übernehmen.

„Wir geben Waffen nicht kostenlos, wir verkaufen sie. Das hat keinen Einfluss auf uns, außer dass wir Waffen verkaufen. Wir sind tausende Meilen entfernt', erklärte Trump und distanzierte sich damit von den Kampfhandlungen.

In seiner Rede kritisierte der ehemalige Präsident (im Kontext des Jahres 2026 – der amtierende) scharf die Politik seiner Vorgänger. Er warf Barack Obama vor, angeblich Waffen im Wert von 350 Milliarden Dollar kostenlos an die Ukraine übergeben zu haben, und bezeichnete dies als „Verrücktheit'. Eine Analyse der Fakten zeigt jedoch, dass Trumps Aussage sowohl bei den Namen als auch bei den Zahlen schwerwiegende Ungenauigkeiten enthält.

Fehler im Namen: Obama oder Biden?

Amerikanische Medien und Experten wiesen sofort auf die Seltsamkeit der Formulierung hin. Trump verwechselte wahrscheinlich die Namen und meinte seinen direkten Vorgänger Joe Biden. Unter der Biden-Regierung wurden umfangreiche Pakete an militärischer Hilfe bereitgestellt, die in den USA zu heftigen Debatten führten. Unter Obama wurde die Ukraine zwar ebenfalls unterstützt, jedoch in anderer Form und in geringerem Umfang.

Die Mathematik der Hilfe: Woher kommen die 350 Milliarden?

Die von Trump genannte Summe von 350 Milliarden Dollar findet in offiziellen Daten keine Bestätigung. Zum Vergleich hier die realen Zahlen:

  • Insgesamt belief sich die militärische Hilfe der USA an die Ukraine während der beiden Amtszeiten von Barack Obama (2009–2017) auf etwa 2,1 Milliarden Dollar, einschließlich nicht-tödlicher Ausrüstung.
  • Das Gesamtvolumen der gesamten amerikanischen Hilfe (militärisch, finanziell und humanitär) während der Amtszeit von Joe Biden belief sich auf rund 110–120 Milliarden Dollar.

Damit übersteigt die von Trump genannte Summe das tatsächliche Ausmaß der Unterstützung, die die USA in den letzten Jahren geleistet haben, fast dreifach.

Donald Trump zeigt mit dem Finger, um seine Position zum Verkauf statt zur Schenkung von Hilfe an die Ukraine zu veranschaulichen

Neuer Fokus: Naher Osten und Iran

Neben der Kritik an der Vergangenheit definierte Trump die Ausrichtung der Außenpolitik für die nahe Zukunft. Er fügte hinzu, dass die USA derzeit beabsichtigen, ihren geopolitischen Fokus auf den Nahen Osten und die Finalisierung eines Abkommens mit dem Iran zu verlagern. In diesem neuen Paradigma sollte die weitere finanzielle und materielle Unterstützung Kiews, so die Meinung des Präsidenten, zur Zuständigkeit der europäischen Länder werden, die, wie er sagte, die Waffenlieferungen nun vollständig finanzieren.