Die Frühjahrsoffensive der russischen Armee, die zu Beginn des Jahres als groß angelegt und entschlossen angekündigt wurde, verliert rasch an Schärfe. Dies erklärte Viktor Tregubow, Leiter des Kommunikationsbüros der Gruppe der vereinten Streitkräfte der Ukraine, in einer Sendung des Telethons. Nach seinen Worten nimmt das offensive Potenzial des Gegners rapide ab, was durch mehrere gewichtige Indizien bestätigt wird.
Die Mathematik des Krieges: Angriffe ohne Ergebnis
Tregubow wies auf einen Schlüsselindikator hin: Das Verhältnis von Angriffen zu tatsächlichen territorialen Gewinnen des Feindes verschlechtert sich drastisch. Die Russen setzen ihre Stürme fort, doch deren Effektivität sinkt. An einigen Abschnitten, an denen noch vor kurzem Fortschritte verzeichnet wurden, ist der Gegner gezwungen, sich zurückzuziehen. Dies zeigt, dass die strategischen Pläne Moskaus nicht mit der Realität auf dem Schlachtfeld übereinstimmen.
Schlüsselsektoren: Wo der Feind scheitert
Die Lage an der Front entwickelt sich zugunsten der ukrainischen Streitkräfte:
- Liman- und Kupjansk-Sektor: Durchbruchsversuche erweisen sich hier als erfolglos. Der Gegner kann sich nicht festsetzen und muss zurückgeworfen werden.
- Welykoburluk-Sektor: Hier haben die russischen Truppen bereits den Rückzug angetreten.
- Linkes Ufer des Oscola: Trotz logistischer Probleme und Personalmangels bei den Verteidigungskräften wurde keine kritische Bedrohung geschaffen. Die Russen konnten ihre Pläne zur Übernahme der Initiative nicht umsetzen.
- Rechtes Ufer des Oscola: Der Gegner wurde von Golubowka zurückgeworfen. Seine aktuelle Aufgabe besteht darin, sich lediglich am nördlichen Rand dieses Ortes zu halten, statt auf Kupjansk vorzustoßen.
Nordfront: Sumy und Woltschansk
Die Aktivität des Gegners verlagert sich nach Norden. Tregubow betonte, dass die Hauptanstrengungen zur Erkundung der Grenzen in der Oblast Sumy und im Raum Woltschansk (Süd-Slobodschan-Sektor) konzentriert sind. Trotz ständigen Drucks und intensiver Angriffe bleiben die Erfolge Russlands minimal.
Die Initiative kehrt zur Ukraine zurück
Die Lage an der Front hat sich in den letzten Monaten grundlegend gewandelt. Die Streitkräfte der Ukraine haben die Initiative übernommen und nennenswerte Erfolge erzielt, insbesondere in der Oblast Kursk. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass die ukrainischen Truppen ihre Ziele im Grenzgebiet der Oblast Sumy erreichen. Während die russischen Besatzer die Eroberung von Sumy oder Charkiw planten, zwingt sie die Realität zum Rückzug und zum Versuch, die Verteidigungslinie zu halten.