Die wirtschaftliche Lage auf der vom russischen Regime besetzten Halbinsel verschlechtert sich rapide. Die durch die Aktionen der Streitkräfte der Ukraine ausgelöste Treibstoffkrise ist nicht länger nur ein logistisches Problem, sondern beginnt, verheerende Auswirkungen auf den lokalen Arbeitsmarkt zu haben. Die Bewohner der Krim melden massenhaft Entlassungen, Gehaltsverzögerungen und erzwungene Kündigungen.
Massenbeschwerden unter den Posts von Aksjonow
Journalisten haben das Geschehen auf der Halbinsel durch die Analyse von Kommentaren unter den Veröffentlichungen des Chefs der Besatzungsverwaltung, Sergej Aksjonow, geklärt. In den sozialen Medien hat sich eine echte Debatte entfaltet, in der nicht nur normale Bürger, sondern auch Arbeitgeber selbst über die Unmöglichkeit klagen, unter den aktuellen Bedingungen Geschäfte zu betreiben.
Die Situation hat einen kritischen Punkt erreicht: Unternehmer berichten über erzwungene Stillstände von Maschinen und einen vollständigen Mangel an Mitteln zur Begleichung von Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und dem Finanzamt. Als Reaktion darauf sind die Menschen gezwungen, Kündigungen aus eigenem Willen einzureichen, um ihren Status zumindest irgendwie zu formalisieren.
„Das Auto steht, es gibt kein Einkommen“
Besondere Schwierigkeiten haben Beschäftigte im Logistik- und Transportsektor. Eine Einwohnerin von Simferopol wandte sich an die Behörden mit der Frage nach dem Schicksal der Fahrer des Unternehmens SK „GRAD“, denen die Gehaltszahlung für Mai und Juni vorenthalten wird. Die Menschen sind gezwungen, unbezahlten Urlaub zu nehmen und verlieren so ihr Einkommen für zwei Monate.
Eine andere Einwohnerin von Simferopol brachte das Thema Besteuerung bei Stillstand auf: „Ein Mann war im Transportgewerbe tätig, jetzt steht das Auto, es gibt kein Einkommen – was ist mit den Steuern zu tun?“. Ähnliche Probleme beschreiben Bewohner von Keratsch, Jalta und Jewpatorija. Sie berichten von einem starken Einkommensrückgang und der Schließung von Betrieben, was die Rückzahlung von Hypotheken und Krediten unmöglich macht.
Anerkennung des Mangels auf Kreml-Ebene
Die Wurzel des Problems liegt in den erfolgreichen Angriffen der ukrainischen Streitkräfte auf die russische Infrastruktur. In den letzten Wochen haben ukrainische Kräfte aktiv russische Raffinerien zerstört, wobei sie besonderen Wert auf Objekte auf der besetzten Halbinsel legten. Dies führte zu einem globalen Treibstoffmangel, weshalb Sergej Aksjonow den Ausnahmezustand ausrufen musste.
Die Situation wurde so ernst, dass sogar Wladimir Putin das Vorhandensein eines „bestimmten Mangels“ an Treibstoff anerkannte, obwohl er versuchte, das Ausmaß des Problems zu minimieren, indem er ihn als „nicht kritisch“ bezeichnete. Gleichzeitig stellte der russische Staatschef fest, dass die Treibstoffvorräte auf der Krim nur für einige Tage reichen würden.
Massenabwanderung der Bevölkerung
Vor dem Hintergrund des Treibstoffkollapses und der ständigen Angriffe ist eine Massenabwanderung der Menschen zu beobachten. Touristen und Militärangehörige aus Russland verlassen die Krim, da sie um ihre Sicherheit fürchten. Experten warnen, dass die ukrainische Kampagne zur Zerstörung der Infrastruktur, wenn sie fortgesetzt wird, zu schwerwiegenden demografischen Folgen für die Halbinsel führen könnte.