In den Kräften der Territorialverteidigung der Streitkräfte der Ukraine haben neun Offiziere einen Übungslehrgang abgeschlossen, der der Vorbereitung von Kandidaten für die Stellen von Brigadekommandeuren und deren Stellvertretern diente. Die Ausbildung fand vom 7. bis 16. September 2026 statt und war eine weitere Etappe beim Aufbau der Personalreserve in der Struktur der TrO. Die Kandidaten wurden direkt aus den Einheiten der Kräfte der Territorialverteidigung ausgewählt, was den Grundsatz der internen vertikalen Personalversorgung unterstreicht.
Programm und Instruktoren des Lehrgangs
Während der zehntägigen Übungen erlernten die Offiziere taktische Ausbildung, Fragen der Führung (Leadership) und die Organisation des Alltagsbetriebs einer Einheit. Für die Durchführung der Übungen wurden Führungskräfte der Kommandozentrale der TrO-Kräfte, Stellvertreter des Kommandeurs sowie das private Unternehmen für die Ausbildung von Einheiten „Sonata“ einbezogen. Diese Mischung aus staatlichen und privaten Instruktoren ermöglicht es, wie die Organisatoren beabsichtigen, die normative Militärdoctrine mit praktischen Methoden zu verbinden, die unter Bedingungen des realen Kampfeinsatzes entwickelt wurden.
Auswahlmechanismus: Erläuterung von Oberst Mozpan
Der Leiter des Ausbildungsbüros der Kommandozentrale der Kräfte der Territorialverteidigung, Oberst Oleh Mozpan, erläuterte, dass in der TrO ein systematischer Ansatz gilt: Zuerst werden aus den Reihen der aktiven Einheiten Kandidaten für die Stellen von Bataillons- und Brigadekommandeuren ausgewählt, anschließend erhalten sie eine gezielte Ausbildung. Nach seinen Worten haben die Offiziere, die an den abgeschlossenen Übungen teilnahmen, ein ausreichendes Niveau an Kenntnissen demonstriert, und der Kommandeur hat die Richtungen ihrer weiteren Ausbildung sowie die Aufgaben festgelegt, die den Kandidaten vor einer möglichen Ernennung gestellt werden.
Plachuta über Führung: „Verantwortung für die, die neben einem stehen“
Bei der Zusammenfassung der Übungen betonte der Kommandeur der TrO-Kräfte, Generalmajor Ihor Plachuta, die menschliche Dimension der Kommandeursstelle. „Führung bedeutet nicht, vorne zu sein. Es geht um die Verantwortung für die, die neben einem stehen. Für einen Kommandeur ist es wichtig zu wissen, wie es seinen Leuten geht, was mit den Verwundeten passiert, ob die Familien der Gefallenen und Vermissten Unterstützung erhalten“, erklärte er. Damit wird im Profil des zukünftigen Kommandeurs der TrO nicht nur Führungs- und Managementkompetenz, sondern auch soziale Kompetenz verankert, einschließlich der Arbeit mit verwundeten Soldaten und den Familien der Betroffenen.
Abschluss der Übungen – weder Urteil noch Ernennung
Wichtig zu betonen: Der erfolgreiche Abschluss dieser Übungen bedeutet keine automatische Ernennung der Offiziere auf Kommandeursstellen. Die Ausbildung und Bewertung der Kandidaten wird fortgesetzt. Das bedeutet, dass die neun die Programms absolvierten Offiziere in der Personalreserve bleiben und weitere Verifikationsstufen durchlaufen werden, bevor sie möglicherweise entsprechende Ernennungen erhalten. Dieser Ansatz senkt das Risiko von „Personalfehlern“ und ermöglicht es, den Qualitätsstandard auf jeder Führungsebene aufrechtzuerhalten.
Kontext: Personalreserve als systematische Aufgabe der TrO
Der Aufbau der Personalreserve des Führungspersonals ist eine der Schlüsselaufgaben der Kräfte der Territorialverteidigung, die seit ihrer Gründung die Stammstärke weiter ausbauen und ein internes Talent-Management-System aufbauen. Die Ausbildung zukünftiger Kommandeure auf Brigadeebene ergibt sich logisch aus der Notwendigkeit, die Kontinuität des Führungspersonals sicherzustellen, in einer Situation, in der Verluste und Rotation eine ständige Nachbesetzung der Führungskräfte erfordern. Die Einbeziehung privater Trainingsstrukturen neben den Militärinstruktoren zeigt, dass die TrO die Quellen der methodischen Expertise bewusst diversifizieren.