Das politische Wetter in Washington ändert sich, und der Schlüsselfaktor für diese Verschiebung sind die realen Ereignisse auf dem Schlachtfeld. Die Haltung von US-Präsident Donald Trump und seiner Administration gegenüber der Ukraine hat sich erheblich zum Besseren gewandelt. Grund dafür ist nicht diplomatische Rhetorik, sondern konkrete Ergebnisse, die die Streitkräfte der Ukraine demonstrieren.

Dies erklärte der erste stellvertretende Leiter des Präsidentenbüros, Serhij Kisliza, in einem Interview mit RBC-Ukraine. Nach seinen Worten reagiert die US-Regierung auf die Erfolge der AFU, insbesondere auf effektive Schläge auf dem Territorium der Russischen Föderation.

Die Psychologie der Sieger

Kisliza betonte, dass die Amerikaner eine Nation mit einer spezifischen Psychologie sind, sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene. Sie verbindet eines: Sie lieben es, auf der Seite der Erfolgreichen zu stehen. Das, was die ukrainischen Soldaten derzeit tun und einen starken Eindruck auf Washington hinterlassen, ist genau das, was für eine Änderung des Unterstützungskurses notwendig ist.

Die Lage an der Front und erfolgreiche „Mittel- und Tiefenstreiks' (Schläge mittlerer und großer Reichweite) gegen Russland wurden zum Faktor, der den Skeptizismus durchbrach. Wie Kisliza erinnerte, hatte die russische Seite zuvor in den USA erfolgreich den Narrativ verbreitet, dass „die Reste des Donbass bald eingenommen werden'. US-Verhandler hatten Kiew sogar gewarnt: Wenn man sich nicht an den Verhandlungstisch setzt, werden die Bedingungen für einen Waffenstillstand bereits nach den Kampfhandlungen diktiert, wenn Russland neue Gebiete erobert hat.

Von der Kritik zur Unterstützung der Waffenproduktion

Die Änderung der Rhetorik von Donald Trump wurde deutlich und öffentlich. War die Position zuvor zurückhaltend, so lobt der amerikanische Führer die Ukrainer nun offen. Darüber hinaus hat Trump die Gewährung einer Lizenz für Kiew zur Produktion eigener ballistischer Waffen unterstützt.

Der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanov, hatte diese Metamorphose zuvor einfach erklärt: Trump liebt Sieger. Der einzige Weg, diese Gunst zu erhalten, besteht darin, erfolgreiche Aktionen an der Front fortzusetzen.

Konkrete Schritte und Vereinbarungen

Die Änderung des Tons wird durch reale Maßnahmen untermauert. Nach dem Treffen der G7 im Juni wurde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die auch von Trump unterzeichnet wurde, in der sich die Parteien über eine Reihe von Fragen bezüglich der Ukraine einigten. Insbesondere wurde vereinbart, die Lieferung von Luftabwehrmitteln, zusätzliche Flugabwehrsysteme und Abfangraketen zu erhöhen.

Ein wichtiger Schritt war das Gespräch zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump auf dem NATO-Gipfel in Ankara, Türkei, am 8. Juli. Ein Hauptthema war die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr. Trump erklärte, dass die USA der Ukraine das Recht einräumen werden, Patriot-Luftabwehrsysteme zu produzieren. Trotz der technischen Komplexität des Prozesses ist der amerikanische Führer überzeugt, dass die Ukraine diese Technologien schnell beherrschen wird.

Escalation als Weg zum Frieden

Trump berührte auch das Thema der Langstreichschläge der Ukraine auf russischem Territorium. Er gab zu, dass solche Aktionen eine Eskalation darstellen, äußerte jedoch die Meinung, dass genau eine solche Eskalation das Ende des Krieges näher bringen könnte. Nach seinen Worten wird an einem Friedensabkommen gearbeitet, obwohl dieser Prozess nicht einfach ist.

So basiert die aktuelle Strategie der USA auf der Unterstützung dessen, der Ergebnisse liefert. Die erfolgreiche Verteidigung und Gegenoffensivaktionen der AFU sind die Sprache, die Washington am besten versteht.