Das politische Klima rund um die Ukraine in Washington hat sich spürbar gewandelt. Während Donald Trump in früheren Gesprächen mit Wolodymyr Selenskyj noch behauptete, Kiew habe 'keine Trumpfkarte im Ärmel', ist seine Rhetorik heute deutlich weicher geworden. Grund für diesen Wandel in der Haltung des amerikanischen Führers sind die tatsächlichen militärischen Erfolge der Ukraine, insbesondere im Bereich der Angriffstechnologien.

Eindruck von den Angriffsmöglichkeiten

Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf die Washington Post berichtet, traf sich Donald Trump während des NATO-Gipfels persönlich mit dem ukrainischen Präsidenten und lobte die Erfindungsgabe Kiws. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er den Fähigkeiten der Ukraine im Bereich von Drohnen mit großer Reichweite. Laut zwei US-Beamten, die mit der Situation vertraut sind, werden Trump regelmäßig Geheimdienstberichte über neue Errungenschaften der ukrainischen Streitkräfte vorgelegt, die einen starken Eindruck auf ihn machen.

Dieser Wandel in der Wahrnehmung wird auch auf Ebene der offiziellen Stellen bestätigt. Der stellvertretende Leiter des Präsidentenbüros, Serhij Kisliza, betonte in einem Interview mit RBC-Ukraine, dass sich die Haltung von Trump und seiner Administration gegenüber der Ukraine deutlich verbessert habe. Nach seinen Worten sind Amerikaner Menschen, die den Sieg lieben, und die ukrainische Armee zeigt erfolgreiche Ergebnisse sowohl auf dem Schlachtfeld als auch bei Angriffen auf russischem Territorium.

Psychologie des Krieges und die Position des Kremls

Parallel zur Änderung der Ansichten in Washington wächst in Russland der gesellschaftliche Druck. Beamte stellen fest, dass angesichts der regelmäßigen ukrainischen Angriffe die russische Gesellschaft zunehmend auf eine Beendigung des militärischen Konflikts eingestellt ist. Genau diese Faktoren erklären nach Ansicht von Experten, warum Trump über die Ukraine positiver spricht als noch zu Beginn des Jahres 2025.

Trotzdem bleibt die Position Moskaus hart. Wladimir Putin besteht weiterhin öffentlich auf maximalistischen Kriegszielen, fordert territoriale Zugeständnisse seitens der Ukraine und die Wiederherstellung des Einflusses Moskaus im Land. US-Beamte vertreten die Hypothese, dass Putin bis Ende des Jahres für ein Abkommen offen sein könnte, das den Krieg auf für Kiew akzeptablen Bedingungen beenden würde. Es gibt jedoch auch skeptische Einschätzungen: Einige Quellen behaupten, der russische Führer werde 'niemals' auf solche Bedingungen eingehen.

Diplomatischer Durchbruch

Das Treffen der Führer in der Türkei wurde zu einem wichtigen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Kiew und Washington. Die Erfolge ukrainischer Drohnen in Russland eröffneten neue Möglichkeiten für die Diplomatie, was der Sprecher des US-Außenministeriums, Ian Beithson, bestätigte. Auf dem Treffen am 8. Juli kommentierte Donald Trump nicht nur die Langstreckenanschläge der Ukraine, bezeichnete sie als Eskalation, die zum Ende des Krieges führen könnte, sondern erklärte auch, dass die USA der Ukraine das Recht einräumen würden, Patriot-Luftabwehrsysteme zu produzieren.