Der Gipfel der „G7' (Gruppe der Sieben) wurde zur Bühne für die Demonstration eines neuen Vektors der Außenpolitik von Donald Trump. Das Treffen der Führer der Weltmächte zeigte unerwartete Verschiebungen in der Position der USA gegenüber Russland und der Ukraine. Im Mittelpunkt standen die Aussagen über die Verschärfung des Drucks auf Moskau und die Überprüfung früher erzielter Vereinbarungen.
Der Schatten von „Anchorage' und die Drohung einer Überprüfung
Laut Informationen von zwei Beamten, die am Gipfel anwesend waren, äußerte Donald Trump tiefe Unzufriedenheit mit den Handlungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darüber hinaus ließ der amerikanische Führer die Möglichkeit eines Rücktritts von den sogenannten „Anchorage-Vereinbarungen' zu. Es handelt sich um ein hypothetisches Szenario, in dem die USA angeblich zuvor den Forderungen Russlands nach Kontrolle über den Donbas zugestimmt hatten, im Austausch für eine Beilegung des Konflikts.
Diese Position löbte lebhafte Diskussionen unter den Partnern aus. Wie Axios schreibt, werden in Europa bereits Zweifel an Trumps Entschlossenheit laut. Ein Beamter merkte an, dass die europäischen Führer trotz der Rhetorik über den Druck auf Russland nicht sicher sind, dass Washington tatsächlich konkrete Schritte unternehmen wird. Trump sei skeptisch gegenüber allem gewesen, was Putin betraf, aber seine Absichten bleiben fraglich.
Paradigmenwechsel: Vom Vermittler zum Partner
Ein wichtiges Ergebnis des Gipfels war die Änderung des Status der USA im Konflikt. Wie der französische Präsident Emmanuel Macron mitteilte, hat Washington erstmals einen Text genehmigt, in dem es sich offiziell nicht als nationaler Vermittler, sondern als Partner Kiews anerkennt. Dies ist ein grundlegender Wandel, der die Architektur der diplomatischen Interaktion verändert.
Macron enthüllte auch Details zur Evolution von Trumps Ansichten. Laut dem französischen Führer war Trump bei seinem Amtsantritt der Ansicht, dass die Ukraine den Krieg verlieren würde. Mit der Zeit wurde er jedoch davon überzeugt, dass die Vorhersagen seines Umfelds falsch waren. Quellen der Financial Times bestätigen, dass Trump von den Ergebnissen der jüngsten Kampagne der Ukraine mit Langstreichschlägen auf Ziele tief im russischen Territorium „außerordentlich beeindruckt und beeindruckt' war.
Sanktionen und persönliche Treffen
Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen traf sich Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieses Treffen fand nach einem Gespräch mit Putin statt. In seinen anschließenden Aussagen stellte Trump fest, dass die Ukraine den Krieg „ziemlich gut bewältigt'. Als Beweis für die Effektivität der ukrainischen Strategie führen die Medien den Angriff auf ein Ölraffinerie in Moskau an, der am Tag des Gipfels stattfand.
Außerdem stimmte Trump auf dem G7-Gipfel der Idee zu, die Sanktionen gegen den russischen Energiesektor zu verschärfen. Diese Entscheidung könnte einen schweren Schlag gegen die russische Wirtschaft bedeuten, wenn sie vollständig umgesetzt wird. Somit zeigte der Gipfel, dass Trump trotz des Skeptizismus der Verbündeten bereit ist, eine härtere Linie gegenüber Moskau einzuschlagen.