Der Chef des Weißen Hauses, Donald Trump, hat im Gespräch mit Journalisten die aktuelle Situation rund um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bewertet. Laut dem amerikanischen Staatsmann „arbeitet der ukrainische Kollege recht gut' und behauptet erfolgreich seine Positionen im Konflikt mit Russland.

Antwort auf eine direkte Frage

Das Gespräch fand während einer Übertragung aus dem Weißen Haus statt. Ein Reporter fragte Trump: „Glauben Sie, dass Selenskyj gerade gewinnt (im Krieg gegen Russland)?'. Der US-Präsident gab keine direkte Antwort auf die Frage nach einem Sieg, drückte jedoch seine Zustimmung zu den Handlungen der Führung in Kiew aus.

„Selenskyj arbeitet recht gut und behauptet seine Positionen. Es geht ihm gut', erklärte Trump.

Hintergrund: Rhetorikwechsel nach dem G7-Gipfel

Experten und Medien stellen fest, dass der Ton der Äußerungen von Donald Trump zum Ukraine-Thema in letzter Zeit positiver geworden ist. Besonders deutliche Veränderungen traten nach dem Gipfel der „Großen Sieben' (G7) auf, der vom 15. bis 17. Juni in Évian-les-Bains (Frankreich) stattfand.

An den Rändern der Veranstaltung führten die Staats- und Regierungschefs der USA und der Ukraine mehrere Gespräche. Das Hauptthema der Diskussion war die Möglichkeit, Russland in einen Verhandlungsprozess einzubeziehen. Wie berichtet wurde, war Trump von den jüngsten militärischen Erfolgen Kiews beeindruckt und riet Selenskyj laut Quellen des „Kyiv Independent' sogar, im Konflikt „mutig zu handeln'.

Schlüsselle Vereinbarungen und Signale

Nach dem Dialog mit dem amerikanischen Staatschef nannte Wolodymyr Selenskyj eine Reihe wichtiger Details, die auf eine Annäherung der Positionen der Parteien hindeuten:

  • Patriot-Raketen: Selenskyj erklärte, dass die Frage der Gewährung von Lizenzen für die Produktion von Raketen für das Patriot-System erstmals von der amerikanischen Seite positiv aufgenommen wurde. Für die Umsetzung dieses Plans sei laut dem ukrainischen Präsidenten lediglich die Unterschrift des Chefs des Weißen Hauses erforderlich.
  • Sanktionen: Kiew erhielt ein positives Signal bezüglich der Sanktionspolitik der USA gegenüber Russland. Trump versprach, auf dieses Thema zurückzukommen, was in Kiew als wichtiger Schritt gewertet wurde.

Der Besuch in Évian-les-Bains und die anschließenden Kommentare von Trump deuten somit darauf hin, dass Washington bereit ist, Kiew sowohl militärisch als auch wirtschaftlich zu unterstützen und die aktuelle Strategie von Selenskyj als erfolgreich zu bewerten.