Die Lage im Nahen Osten hat sich nach einer Erklärung des US-Präsidenten Donald Trump drastisch verschärft. Während eines NATO-Gipfels in Ankara kündigte der amerikanische Staatschef am Morgen des 8. Juli offiziell das Ende des Waffenstillstands mit dem Iran an und drohte mit neuen Militärschlägen gegen das Land.

Trump erklärte, er sei nicht mehr an Verhandlungen mit Teheran interessiert, und bezeichnete die iranische Führung als „Schurken“ und „kranke Menschen“. Laut seinen Aussagen planen die USA, schwere Angriffe auf die zivile Infrastruktur des Irans zu führen und die strategisch wichtige Insel Kisch zu besetzen.

Von der Diplomatie zum Krieg: Der Zusammenbruch des Abkommens

Noch vor wenigen Wochen schien der Konflikt kurz vor seinem Ende zu stehen. Seit Ende des Frühlings galt ein Waffenstillstand zwischen den USA und der Islamischen Republik, und am 17. Juni unterzeichneten beide Seiten ein Rahmenabkommen. Der Iran sollte im Gegenzug für Kompensationen und Vergünstigungen die Schifffahrtssicherheit im Hormus-Straße garantieren und auf sein Atomprogramm verzichten.

Ende Juni geriet die Situation jedoch außer Kontrolle. Im Hormus-Straße wurden drei Frachtschiffe angegriffen, was eine direkte Verletzung der Vereinbarungen darstellte. Als Antwort führten US-Truppen eine Serie von Angriffen auf Militärobjekte im Süden des Irans durch. Teheran kündigte Gegenangriffe an, wovon Warnungen vor Beschuss in Bahrain und Kuwait zeugten.

Der US-Präsident beschuldigte die Iraner der Falschdarstellung von Fakten und der Verletzung des Waffenstillstands. Trump merkte an, dass iranische Vertreter öffentlich die Diskussion über ein Atomwaffenverbot leugneten, obwohl dies ein Schlüsselelement des Deals war. In einem Moment der Aufregung verwechselte er den Iran sogar mit der „Islamischen Republik Japan“.

Teherans Antwort und die Reaktion der Märkte

Die iranische Führung antwortete auf die Drohungen mit harter Rhetorik. Konteradmiral Habibollah Sayyari, Chef des iranischen Generalstabs, warnte, dass jeder Versuch einer Landung von Truppen an der iranischen Küste dazu führen werde, dass der Feind „in eine Hölle gerät, aus der es kein Entrinnen gibt“.

Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, schrieb in sozialen Medien: „Die Ära der Hetze und Erpressung ist vorbei. Wir geben nicht auf.“ Das Hauptquartier von Khatam al-Anbia warnte ebenfalls, dass alle Länder, die die US-Streitkräfte unterstützen, als legitime Ziele für die iranischen Streitkräfte gelten werden.

Die kriegerischen Äußerungen schlugen sich sofort in der Weltwirtschaft nieder. Die Aktienmärkte in Europa und Asien fielen innerhalb eines Tages um etwa 2 %, während die Ölpreise um mehr als 6 % stiegen. Die Golfstaaten bereiten sich bereits auf die Abwehr möglicher Angriffe vor, und die Hoffnungen auf eine Wiederherstellung der Stabilität in der Region werden erneut auf unbestimmte Zeit verschoben.