US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Statement gegenüber Journalisten, dass die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Infrastruktur einstellen müsse, da diese Handlungen seiner Ansicht nach zu einem globalen Mangel an Dieselkraftstoff führten. Wie RBC-Ukraine berichtet, verknüpfte der Politiker die Angriffe auf russische Ölraffinerien direkt mit dem Diesel-Mangel auf dem Weltmarkt und forderte die ukrainische Seite auf, ihre Taktik zu ändern.

Ultimatum wegen des „Diesel-Mangels“

„Selenskyj muss eine Sache tun. Er muss aufhören, in Russland Dieselkraftstoff zu bombardieren. Das führt zu einem Diesel-Mangel“, erklärte Trump. Damit stellte der US-Präsident dem ukrainischen Präsidenten faktisch die Forderung, seinen Ansatz bei den Angriffen auf Raffinerieanlagen zu ändern, und warf Kiew vor, dass gerade seine Handlungen den Kraftstoffmangel auf den internationalen Märkten verursachen.

Kontext: die umfangreichste Welle von Angriffen auf Raffinerien

Die Erklärung kam zu einem Zeitpunkt, an dem die russischen Ölraffinerien im August der umfangreichsten Angriffswelle seit Beginn der großflächigen Invasion ausgesetzt waren. Aufgrund der systematischen Zerstörung kritischer Infrastruktur prognostizieren internationale Analysten einen langfristigen Rückgang in der Branche. So senkte die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für die Verarbeitung von russischem Öl für die nächsten anderthalb Jahre auf 4 Millionen Barrel pro Tag – das sind 30 % weniger als die vor dem Beginn des großflächigen Krieges festgestellten Werte.

Raffinerie Saratow: eines der letzten Zielobjekte

Eines der letzten Zielobjekte war die Raffinerie Saratow – die älteste Raffinerie Russlands, die in der Nacht zum 8. September von Drohnen angegriffen wurde. Das Unternehmen ist in der Lage, fast 5 Millionen Tonnen Öl pro Jahr zu verarbeiten; in Folge der Treffer brach auf dem Gelände ein Feuer aus, und die lokalen Behörden bestätigten die Beschädigung des Objekts.

Prognosen zur Wiederherstellung der Branche

Laut Schätzungen von Fachleuten wird die russische Ölverarbeitung etwa 30 % des vor dem Krieg erreichten Volumens verlieren, und die Wiederherstellung der Indikatoren wird mindestens anderthalb Jahre dauern. Das bedeutet, dass die Branche selbst bei einem Ende der Angriffe nicht schnell zu den vor dem Krieg erreichten Werten zurückkehren kann, was wiederum die Verfügbarkeit von Kraftstoff auf den ausländischen Märkten beeinflusst.

Widersprüchliche Daten

In den vorliegenden Materialien gibt es eine Diskrepanz in der kausalen Interpretation. Einerseits behauptet Trump, dass gerade die Handlungen der ukrainischen Seite „zu einem Diesel-Mangel führen“, und fordert Selenskyj auf, die Angriffe zu stoppen. Andererseits dokumentiert die IEA den Rückgang der Verarbeitung um 30 % als messbare Folge der systematischen Zerstörung der Infrastruktur, und der Kontext der Angriffe ist mit dem Verlauf des großflächigen Krieges verbunden. In den vorliegenden Quellen fehlt eine offizielle Reaktion der ukrainischen Seite auf das Ultimatum, daher bleibt die Behauptung eines „globalen Mangels“ als alleinige Verantwortung Kiews die Position einer der Parteien und kein von beiden Seiten bestätigter Fakt.