Am Donnerstagabend, dem 11. Juni, änderte sich die Lage im Nahen Osten drastisch. Der US-Präsident Donald Trump kündigte offiziell die Absage der für diesen Tag geplanten Angriffe und Bombardierungen gegen den Iran an. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund von Fortschritten in den diplomatischen Verhandlungen, die, so der amerikanische Staatschef, bis auf die höchste Ebene der iranischen Führung vorgedrungen sind.

Diplomatischer Durchbruch statt Eskalation

In einer Mitteilung auf dem sozialen Netzwerk Truth Social erläuterte Trump, dass die Absage der Militäroperation direkt mit der Zustimmung der Islamischen Republik Iran zu den Verhandlungen zusammenhängt. „Angesichts der Tatsache, dass die Verhandlungen auf die höchste Ebene der iranischen Führung gehoben und genehmigt wurden, habe ich als US-Präsident die für heute Abend geplanten Angriffe abgesagt“, schrieb der Präsident.

Laut Trump wurden die Diskussionen und die endgültigen Punkte des zukünftigen Abkommens von allen beteiligten Parteien sowohl konzeptionell als auch in den Details abgestimmt. In den Verhandlungsprozess ist ein breites Spektrum an Ländern eingebunden, darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien, die VAE, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien und Ägypten.

Die Seeblockade bleibt in Kraft

Trotz der Absage der Luftangriffe hört der Druck auf Teheran nicht auf. Trump betonte, dass die Seeblockade in vollem Umfang bestehen bleibt, bis das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet ist. Eine offizielle Ankündigung zu Zeit und Ort der Unterzeichnung der Dokumente wird in Kürze erwartet.

Früher am selben Tag hatte Trump einen „sehr starken Schlag“ gegen den Iran angekündigt. In seinen Erklärungen erwähnte er auch Pläne zur Besetzung der Insel Khark und iranischer Ölinfrastruktur in der Zukunft. Der diplomatische Erfolg ermöglichte jedoch die Vermeidung einer sofortigen Eskalation.

Kontext: Eine angespannte Nacht vor dem Waffenstillstand

Die Entscheidung zur Absage der Angriffe fiel vor dem Hintergrund hoher Spannungen. In der Nacht zum 10. Juni führten die USA Angriffe auf iranische Luftabwehrsysteme, Kommandozentralen und eine Reihe anderer militärischer Objekte durch. Als Antwort kündigte Teheran Vergeltungsangriffe auf amerikanische Ziele im Nahen Osten an.

Der Pentagon-Chef Pete Hegseth hatte zuvor gewarnt, dass neue Angriffe bereits in der nächsten Nacht oder innerhalb von 24 Stunden erfolgen könnten. In der Nacht zum 11. Juni führten US-Truppen tatsächlich Bombardierungen auf iranischem Territorium durch, doch darauf folgte die Ankündigung zur Absage weiterer Operationen.