US-Präsident Donald Trump erklärte öffentlich, dass Behauptungen über eine angeblich unvermeidliche „Weltübernahme“ durch künstliche Intelligenz ein Betrug seien. In seinen Beiträgen auf Truth Social, auf die RBC-Ukraine unter Berufung auf Reuters verweist, zählte der Chef des Weißen Hauses eine Reihe von Themen auf, die seiner Meinung nach zur Kategorie der „Betrugssachen“ gehören, neben der globalen Erwärmung und zwei Impeachment-Verfahren. All dies seien, so seine Worte, Manifestationen der Aktivitäten „radikaler linker Durokraten“, die „nie aufgeben, aber selten gewinnen“.

Proteste in der Branche: Rücktritte und Forderungen nach einer Bremsung

Trumps Aussagen kamen vor dem Hintergrund wachsender Sorge im Technologiesektor selbst. In der vergangenen Woche kündigte der Anthropic-Forscher Jacob Coxon seinen Rücktritt an und begründete ihn damit, dass „die Menschen, die KI entwickeln, ernsthaft glauben, dass sie uns bis zum Ende des Jahrzehnts töten könnte“. Gleichzeitig riefen die Führungskräfte der größten Branchenakteure – Anthropic, OpenAI und xAI – öffentlich dazu auf, das Tempo der Technologieentwicklung zu drosseln. Damit steht die Position des US-Präsidenten im scharfen Kontrast zur Meinung eines Teils der führenden Experten und Top-Manager der Branche.

Position Washingtons: gegen eine Bremsung

Trump tritt konsequent gegen jegliche Einschränkungen ein. „Der einzige Kontrollmechanismus oder die einzigen ‚Bremsen‘, die KI braucht, sind ein starker und intelligenter Präsident mit hoher IQ – und in den USA gibt es davon im Überfluss“, schrieb er und fügte hinzu, dass die aufkeimenden Zweifel an der KI-Entwicklung China zugutekämen. Er betonte auch, dass es in Amerika bereits Regulierungs- und Verfolgungsmechanismen für Unternehmen gebe, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen, und dass die USA China in diesem Bereich voraus seien. Bereits Tage vor seinen jüngsten Beiträgen hatte er die Forderungen der Experten, die Entwicklung zu drosseln, zurückgewiesen und das Fehlen von Risiken betont.

Widersprüchliche Angaben

In den verfügbaren Quellen gibt es eine Diskrepanz in der Chronologie der Kontakte mit China. Einerseits wird erwähnt, dass Trump bereits in der kommenden Woche ein Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Washington plant. Andererseits berichtete Reuters zuvor, dass beide Länder für Mitte September ein separates Treffen zur Diskussion der mit künstlicher Intelligenz verbundenen Risiken planen. In den Veröffentlichungen tauchen also zwei verschiedene Zeitfenster (Mitte und Ende September) und möglicherweise zwei verschiedene Verhandlungsformate auf, was einer Klärung bedarf. Außerdem charakterisiert Trump die Zweifel an der KI-Entwicklung als potenziellen Vorteil der USA im Konfrontationsverhältnis mit China, während China laut denselben Quellen dem Beispiel Washingtons gefolgt ist und ebenfalls von Vorschlägen zur Drosselung der Entwicklung fortschrittlicher KI-Technologien abgesehen hat – was die These von einer „unterschiedlichen Position“ der beiden Länder in Frage stellt.

Kontext: Gespräche mit Peking vor dem Hintergrund des KI-Streits

Damit entfaltet sich Trumps öffentliche Kampagne zur Diskreditierung der „KI-Panik“ unmittelbar vor dem direkten Dialog mit Peking. Für die US-Regierung bietet dies die Möglichkeit, gleichzeitig technologisches Selbstbewusstsein gegenüber dem inländischen Wähler zu demonstrieren und auf der internationalen Bühne eine harte, „nicht bremsende“ Position einzunehmen, während ein Teil der Branche weiterhin auf Vorsicht pocht.