Der Besuch des Direktors der US-Auslandgeheimagentur (CIA) John Ratcliffe in Moskau, der diese Woche stattfand, erfolgte unter außergewöhnlichen Geheimhaltungsauflagen. Laut Informationen der The Wall Street Journal, die von ukrainischen Medien weitergegeben werden, traf Präsident Donald Trump persönlich die Entscheidung, den CIA-Chef in die russische Hauptstadt zu entsenden, und gab die Details der Mission nicht einmal einem Teil seines engsten Umfelds preis.
Persönliche Entscheidung und geschlossener Charakter der Mission
Wie Insider berichten, wurden weder ein Teil der wichtigsten Berater des Weißen Hauses noch das Militärkommando der USA über die Vorbereitung der Reise informiert. Auch Verbündete Washingtons in Europa blieben, so heißt es, im Unklaren. Trump ging diesem Anschein nach zu diesem Schritt, nachdem frühere Versuche, ein Ende des Krieges Russlands gegen die Ukraine zu erreichen, keinen Erfolg hatten. Anlass zur Sorge für den amerikanischen Staatschef waren laut Quellen die verstärkten Angriffe auf ukrainisches Gebiet, die aktivere Unterstützung Moskaus für das iranische Regime und die fehlende Bereitschaft des Kremls, die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA zu verbessern.
Drei Aufgaben für Ratcliffe
Dem CIA-Direktor oblag anscheinend vor allem die Aufgabe, dem Kreml das Signal zu übermitteln, dass Washington an seinen Verpflichtungen aus Artikel 5 des Nordatlantikbündnisses festhält und bereit ist, seine Verbündeten im Falle eines russischen Angriffs zu verteidigen. Ein separater Punkt der Agenda war die mögliche Wiederaufnahme des direkten Dialogs zwischen der Ukraine und Russland über die Beendigung des Konflikts; später teilte der Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Kyrylo Budanow, mit, dass der Verhandlungsprozess möglicherweise bereits im September wieder aufgenommen werden kann. Darüber hinaus rief Ratcliffe angesichts der verschärften US-Sanktionen gegen Teheran Moskau laut Berichten dazu auf, die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit dem Iran nicht zu vertiefen.
Öffentliche Erklärung und Reaktion in Moskau
Sofort nach dem Gespräch des CIA-Chefs mit Vertretern der russischen Geheimdienste veröffentlichte Donald Trump eine lautstarke öffentliche Erklärung, in der er versicherte, der russische Führer werde „das NATO-Gebiet nicht angreifen“. Den Besuch selbst kommentierte der CIA-Direktor später persönlich. In Moskau legte der Leiter des Auslandsgeheimdienstes (SWR), Sergei Naryschkin, die Details des Treffens mit Ratcliffe offen, und im Kreml reagierte man auf die Reise des amerikanischen Geheimdienstlers mit separaten Erklärungen.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist auf die Spannung zwischen den beiden Versionen hinzuweisen. Einerseits betonen Insider den totalen Geheimhaltungsmodus: Über die Mission hätten, so heißt es, weder die Berater noch das Militärkommando noch die europäischen Partner Bescheid gewusst. Andererseits machte Trump bereits nach kurzer Zeit eine resonante öffentliche Erklärung, und in Moskau „legte Naryschkin die Details“ des Treffens offen, was de facto bedeutet, dass ein Teil des Verhandlungsinhalts öffentlich bekannt wurde. Die genaue Liste der Aufträge, die Ratcliffe erteilt wurden, und deren Ergebnis wurden weder vom Weißen Haus noch von der CIA offiziell bestätigt, daher bleiben die Details der Mission weitgehend auf dem Niveau von Quellenangaben.
Wie auch immer, die Reise des CIA-Direktors nach Moskau wurde zu einem der am stärksten abgeschotteten und zugleich resonantesten diplomatischen Kontakte der letzten Monate. Sie unterstreicht, dass Washington und der Kreml trotz des formalen Fehlens eines offiziellen Kanals weiterhin nach Berührungspunkten suchen – in Fragen der Sicherheit, der ukrainischen Regelung und des Iran-Dossiers – selbst unter Bedingungen tiefer gegenseitiger Misstrauens.