US-Präsident Donald Trump hat bei einer Kundgebung im US-Bundesstaat Iowa erklärt, er habe das Recht, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Bemerkenswert ist, dass der amerikanische Politiker während derselben Rede zunächst bestehende gesetzliche Beschränkungen einräumte, dann jedoch die These aufstellte, die vergangenen Wahlen seien gefälscht worden. Das Thema einer möglichen Fortsetzung seiner politischen Karriere wird vom Chef des Weißen Hauses nicht zum ersten Mal angesprochen, doch jede derartige Äußerung zieht große Aufmerksamkeit von Wählern und Rechtsexperten auf sich, die die Einhaltung verfassungsmäßiger Normen genau verfolgen.
Rechtlicher Rahmen und der 22. Verfassungszusatz
Bei seinem Auftritt vor Anhängern in Sioux City bezog sich Donald Trump zunächst auf die Normen des amerikanischen Grundgesetzes. Er betonte, er habe die rechtlichen Formulierungen zur Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten detailliert studiert. Dem Staatsoberhaupt zufolge verbietet das Gesetz in seiner jetzigen Form ausdrücklich, dass eine Person das höchste Amt mehr als zweimal ausübt.
Gemeint ist der 22. Verfassungszusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der Mitte des letzten Jahrhunderts erlassen wurde, um zu verhindern, dass eine Person die Macht unbegrenzt ausübt. Trump selbst bemerkte während der Rede, er sei sich der Details der juristischen Formulierungen nicht hundertprozentig sicher, erkannte jedoch die Existenz solcher Einschränkungen an. Wenige Minuten später änderte sich die Haltung des Weißen-Haus-Chefs jedoch drastisch.
Bezugnahme auf die Ergebnisse der Wahl 2020
Unmittelbar nach Erwähnung der verfassungsmäßigen Beschränkungen äußerte sich der US-Präsident widersprüchlich zu seinem Recht auf Wiederwahl. Trump betonte, er halte sich für berechtigt, ein drittes Mal für das höchste Staatsamt zu kandidieren, weil die Ergebnisse des Präsidentschaftswahlkampfs 2020 angeblich manipuliert worden seien. Offizielle Gerichte und zahlreiche Untersuchungen hatten zuvor keine Beweise für groß angelegte Wahlfälschungen gefunden, auf die sich der Politiker beruft.
Solche Behauptungen über einen angeblich gestohlenen Wahlsieg tauchen regelmäßig in den Reden des amerikanischen Präsidenten auf. Ende Februar hatte er bei einem Auftritt in Texas ähnliche Thesen geäußert und sein Recht auf eine zusätzliche Amtszeit beansprucht. Die aktuelle Rede in Iowa fand vor dem Hintergrund der aktiven Wahlkampfphase für die Zwischenwahlen zum Kongress am 3. November statt.
Politischer Kontext und öffentliche Reaktion
Solche Äußerungen des amtierenden Staatsoberhaupts rufen in der US-amerikanischen Politik und den Medien stets heftige Debatten hervor. Analysten stellen fest, dass das Thema einer dritten Amtszeit die republikanische Basis mobilisiert, den politischen Gegnern jedoch gleichzeitig Angriffsflächen bietet. In mehreren Wahlbezirken Iowas bleibt die Lage angespannt, und der Ausgang der kommenden Kongresswahlen ist schwer vorhersehbar.
Sollte man die Teilnahme von Donald Trump an den Wahlen 2028 hypothetisch in Betracht ziehen, wäre dies seine vierte Präsidentschaftskampagne in der Geschichte und ein Versuch, das Amt offiziell ein drittes Mal auszuüben. In der Praxis würde die Umsetzung eines solchen Szenarios ein äußerst komplexes Verfahren zur Änderung der Verfassungsnormen erfordern, weshalb solche Aussagen eher als Instrument politischer Rhetorik denn als realistischer Rechtsplan anzusehen sind.