12. August 2026. Im Weißen Haus findet eine grundlegende Neubewertung des Ansatzes zum seit Februar 2026 andauernden Konflikt mit dem Iran statt. Die Regierung von Donald Trump verzichtet offiziell auf das Szenario massiver militärischer Schläge und setzt stattdessen auf eine Strategie des langfristigen wirtschaftlichen Drucks und des Abwartens. Wie Quellen berichten, rechnet Washington damit, dass die Aufrechterhaltung harter Sanktionen und die am 13. April verhängte Seeblockade iranischer Häfen Teheran zum wirtschaftlichen Kollaps bringen und das Regime zu Zugeständnissen ohne Einsatz militärischer Gewalt zwingen werden.

Von Bombardierungen zur „wirtschaftlichen Erstickung'

Bisher hatte Präsident Trump wiederholt Optionen für begrenzte Luftangriffe und harte Drohungen gegenüber Teheran erwogen, doch diese Initiativen brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Jedes Mal, wenn Washington einen möglichen Durchbruch ankündigte, änderten die iranischen Hardliner die Bedingungen oder lehnten ein Abkommen gänzlich ab. Infolgedessen ist das Weiße Haus auf eine Taktik des „Abwartens' umgestiegen. Laut hochrangigen Beamten setzt die Regierung nun darauf, dass der Iran dem langfristigen wirtschaftlichen Druck nicht standhalten wird.

Trump selbst hat diesen Kurs öffentlich unterstützt und gegenüber Journalisten erklärt, dass „der Iran bankrott ist, völlig bankrott'. Die Berater des Präsidenten zeigen ihm regelmäßig Daten über die zerstörerischen Auswirkungen der Sanktionen auf die iranische Wirtschaft. Die Argumente wurden sowohl in Sitzungen im Oval Office als auch in unkonventionellen Situationen dargelegt – beispielsweise während eines Anrufs des Finanzministers Scott Bessent, als der Präsident gerade eine Golfpartie beendete.

Bessents Strategie: Der Tod des Ormus-Straits

Ein Schlüsselelement der neuen Strategie ist die Überzeugung, dass die Straße von Hormus – der wichtigste Knotenpunkt des Konflikts, durch den zuvor etwa 20 % der weltweiten Öl- und Gasförderung transportiert wurden – an strategischer Bedeutung verlieren wird. Finanzminister Scott Bessent überzeugt Trump davon, dass innerhalb von zwei Jahren bis zu 70 % der Energieressourcen durch unterirdische Pipelines transportiert werden, was eine Seeblockade der iranischen Häfen für den Iran sinnlos, aber für seine Wirtschaft tödlich machen würde.

Teheran besteht seinerseits weiterhin auf der Erhebung von Gebühren für den Schiffsdurchgang und hält den Schiffsverkehr faktisch blockiert. Die Berechnung Washingtons basiert jedoch darauf, dass der Iran der Isolation nicht lange widerstehen kann.

Widersprüchliche Daten: Eskalationsrisiko und Waffenmangel

Trotz der Kursänderung bestehen in der Regierung ernste Bedenken. Trumps Berater geben zu, dass der Präsident nicht über die für die Umsetzung einer „Abwartens'-Strategie notwendige Geduld verfügt. Es besteht ein reales Risiko, dass eine einzige emotionale Mitteilung in Truth Social, die in Wut veröffentlicht wird, zu einer unvorhersehbaren Eskalation führt und den gesamten Plan zunichtemacht.

Außerdem wurde die Umstellung auf eine wirtschaftliche Strategie nicht nur von diplomatischen Erwägungen diktiert, sondern auch vom tatsächlichen Erschöpfung der militärischen Ressourcen. Laut dem Magazin The Atlantic entsprechen die Vorräte bestimmter US-Munition, insbesondere von Raketenabwehrsystemen, nur noch 20 % des vom Pentagon gewünschten Niveaus. Der Mangel ist so kritisch, dass die USA diese Waffen nicht einmal an die Ukraine liefern oder verkaufen können. Dies gefährdet den Schutz der US-Interessen nicht nur im Persischen Golf, sondern auch in Asien.

Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Regimes

Ein weiterer Risikofaktor ist die Unterschätzung der Widerstandsfähigkeit des Irans. Der Iran hat Washington bereits mehrfach mit seiner Fähigkeit überrascht, unter harten Sanktionen zu überleben. Das Regime ist bereit, ernsthafte Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, um die Macht zu bewahren, was den Verhandlungsprozess auf unbestimmte Zeit verzögern könnte. Somit ist Trumps neue Strategie ein Balanceakt zwischen wirtschaftlichem Druck und dem Risiko, die Kontrolle über die Situation aufgrund eigener Impulsivität zu verlieren.