Vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Lage im Hormusstreit und steigender Ölpreise auf dem Weltmarkt haben sich die USA und der Iran auf eine Fortsetzung der Verhandlungen geeinigt. Allerdings erklärte US-Präsident Donald Trump, dass das Waffenstillstandsregime zwischen den Ländern offiziell beendet ist. Washington stellt harte Bedingungen für den Dialog und fordert von Teheran öffentliche Sicherheitsgarantien für den Schiffsverkehr.
Diplomatische Aktivitäten in Oman
Die Schlüsselereignisse spielen sich in Oman ab. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi traf am 11. Juli in Muscat ein, um Wege zur Deeskalation zu besprechen. Vermittler aus Oman, Katar und Pakistan arbeiten aktiv an der Organisation eines vierteiligen Telefonats zwischen den beteiligten Parteien.
Aus US-Sicht wirkt die Verhandlungsdelegation imposant. Medienberichten zufolge wird sie von US-Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio sowie den Beratern Jared Kushner und Steve Witkoff angeführt. Trotz der bekundeten Bereitschaft zum Dialog besteht die iranische Seite derzeit darauf, dass ein Treffen unmöglich ist, solange Washington seine harte Haltung nicht ändert.
Trump-Ultimatum und Ende des Waffenstillstands
US-Präsident Donald Trump kommentierte die Situation in seinem Truth-Social-Account und bestätigte die Zustimmung zur Fortsetzung der Gespräche, jedoch mit einer wichtigen Einschränkung. „Die Islamische Republik Iran hat uns gebeten, die Verhandlungen fortzusetzen. Wir haben zugestimmt, aber die Vereinigten Staaten haben ihnen eindeutig mitgeteilt, dass das Waffenstillstandsregime BEENDET ist!“, schrieb der Weiße Haus-Chef.
Washington hat ein Ultimatum gestellt, dessen Frist am Ende des Tages am 11. Juli ausläuft. Der Hauptvorwurf der USA besteht in der Forderung, den Hormusstreit für den freien Schiffstransit ohne Durchfahrtsgeld zu öffnen. Bisher wurden über diesen schmalen Wasserweg bis zu 20 % der weltweiten Öllieferungen transportiert.
Eskalation des Konflikts und Folgen
Die Entscheidung, den Dialog wieder aufzunehmen, wurde vor dem Hintergrund einer drastischen Eskalation der Gewalt in der Region getroffen. Diese Woche wurden drei kommerzielle Tanker, die Katar und Saudi-Arabien gehören, im Hormusstreit beschossen. Als Reaktion darauf entzogen die USA die Lizenz für den Verkauf iranischen Rohöls und führten Luftangriffe auf Ziele im Iran durch, bei denen mindestens 17 Menschen getötet wurden.
Teheran antwortete symmetrisch mit Angriffen auf US-Militärbasen im Persischen Golf. Die Situation wird zusätzlich durch die Haltung des neuen Obersten Führers des Iran, Ayatollah Mojtaba Khamenei, erschwert. Am Samstag drohte er erneut mit Vergeltung für die Ermordung seines Vaters, die am 28. Februar bei gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels geschah.
Auf die Drohungen hin befahl Trump den Streitkräften, Tausende von Raketen vorzubereiten, falls ein Attentat auf ihn selbst versucht wird. Der Konflikt hat bereits zu einem rapiden Anstieg der Weltenergiepreise geführt, was einen erheblichen Druck auf die globale Wirtschaft ausübt.