In den weltweiten Medien entbrennt eine neue Welle von Diskussionen über die Suche nach Vermittlern zur Beilegung des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland. Diesmal steht der Patriarch von Jerusalem, Theophil III, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Laut dem israelischen Medium Ynet, das auf RBC-Ukraine verweist, könnte er die Schlüsselfigur bei der Schaffung eines neuen Kommunikationskanals zwischen Kiew und Moskau werden.
Treffen in Washington
Die Initiative geht von der amerikanischen Seite aus. Am vergangenen Donnerstag fand in Washington ein 40-minütiges Treffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Patriarch Theophil III statt. Das Hauptthema des Gesprächs war die Diskussion über die Möglichkeit, einen Dialog zwischen den beiden Kriegsparteien zu initiieren.
Die Wahl von Theophil III ist nicht zufällig. In der orthodoxen Welt genießt er hohes religiöses und moralisches Ansehen, wobei seine Person keine direkte politische Färbung aufweist. Der Patriarch hat bereits erfolgreiche Erfahrung in der Durchführung komplexer diplomatischer und humanitärer Missionen gesammelt. Ein leuchtendes Beispiel hierfür ist seine Beteiligung an der Befreiung der Israelis Naama Issachar aus einem russischen Gefängnis.
Aktionsplan und Reaktion Kiews
Laut vorliegenden Informationen bestätigt das Umfeld des Patriarchen, dass für Ende des laufenden Monats ein Treffen von Theophil III mit dem russischen Führer Wladimir Putin geplant ist. Experten stellen fest, dass Donald Trump bestrebt ist, schnelle und bedeutende Fortschritte zumindest in einem der wichtigsten weltweiten Konflikte zu demonstrieren, um den Fokus der Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken.
Wie eine Quelle von RBC-Ukraine in der ukrainischen Machthaberschaft berichtet, wird die Idee der Einbindung des Patriarchen in Kiew insgesamt positiv bewertet. „Warum nicht? Je mehr Vermittler, desto mehr Antworten von Russland, dass Putin weiterkämpfen will', so ein Gesprächspartner der Publikation.
Derzeit hat sich jedoch offiziell niemand mit einem Vorschlag zur Vermittlung an die ukrainische Führung gewandt. Dies bleibt vorerst auf dem Niveau diplomatischer Initiativen und Diskussionen.
Kontext internationaler Bemühungen
Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trump wiederholt erklärt, dass er beabsichtigt, ein Ende des Krieges zu erreichen. Washington unterhält Kontakte sowohl mit Kiew als auch mit Moskau, aber es konnte kein wesentlicher Fortschritt in der Frage der Waffenruhe erzielt werden. Die Ablenkung der USA durch den Konflikt im Nahen Osten hat die Situation nur weiter verkompliziert.
In diesem Zusammenhang tauchen regelmäßig verschiedene Vorschläge auf. Zuvor hatte Wladimir Putin die Kandidatur des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder vorgeschlagen. Diese Initiative wurde jedoch sowohl von der Ukraine als auch vom offiziellen Berlin abgelehnt. In Deutschland wurde erklärt, dass Schröder nicht als Vertreter Europas betrachtet werde, und man sah im Vorschlag des Kremls einen Versuch, Spaltung unter den Partnern zu säen.
Parallel zu den diplomatischen Manövern finden auch informelle Kontakte statt. So wurde bekannt, dass im Mai der russische Oligarch Roman Abramowitsch mit einem Besuch nach Kiew kam, um die Position der Ukraine persönlich zu ergründen. Diese Tatsache bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj.