US-Präsident Donald Trump hat sich geweigert, der Ukraine zusätzliche Abfangraketen für Patriot-Systeme zu liefern, trotz einer persönlichen Bitte des ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dies berichten Quellen, die den Verhandlungen nahe stehen.
Das Treffen der beiden Führer fand am 28. Juli im Oval Office des Weißen Hauses statt. Selenskyj bat seinen amerikanischen Kollegen um die Bereitstellung weiterer hundert Abfangraketen zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr. Trump machte jedoch sofort klar, dass er diesem Wunsch nicht nachkommen kann.
Laut anonymen Quellen begründete Trump seine Ablehnung mit einem Mangel an Raketenbeständen in den USA. Er betonte, dass diese Raketen für den Schutz amerikanischer Einrichtungen im Nahen Osten und in den Ländern des Persischen Golfs angesichts der Eskalation des Konflikts mit dem Iran notwendig seien.
Die Situation der ukrainischen Luftabwehr
Die Ablehnung der USA bei der Lieferung von Abfangraketen erfolgt vor dem Hintergrund einer kritischen Lage bei der ukrainischen Luftabwehr. Am 5. August führte Russland einen massiven Raketenangriff durch, bei dem die Luftabwehrkräfte keine der 28 feindlichen Raketen abschießen konnten. Dies war ein schwerer Schlag für die Infrastruktur und zivilen Objekte des Landes.
Als Reaktion darauf kritisierte Selenskyj öffentlich die westlichen Partner für unzureichende Unterstützung. Er betonte, dass diejenigen, die nicht bereit sind, bei der Lieferung von Abfangraketen zu helfen, den Sanktionsdruck auf die russische Produktion von ballistischen Raketen verstärken sollten, die bisher nicht sanktioniert wurde.
Der ukrainische Präsident forderte auch die G7-Staaten, die Europäische Union und alle Verbündeten auf, neue Schritte zum Schutz des Lebens der Ukrainer zu unternehmen. Er erinnerte daran, dass die Ukraine ohne eine ausreichende Anzahl von Abfangraketen weiterhin anfällig für regelmäßige Angriffe bleibt.
Diskussion über Lizenzen für Patriot
Trotz Trumps Ablehnung laufen in den amerikanischen Regierungskreisen weiterhin Diskussionen über die Möglichkeit, der Ukraine Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Raketen zu erteilen. Dies könnte eine Kompromisslösung sein, die der Ukraine den Zugang zu den notwendigen Schutzsystemen ermöglicht, ohne die amerikanischen Bestände direkt zu verbrauchen.
So bleibt die Frage der Lieferung von Abfangraketen eines der wichtigsten Themen in den Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine. Von der Lösung dieses Problems hängt nicht nur die Effektivität der Luftabwehr ab, sondern auch die Fähigkeit der Ukraine, den anhaltenden Angriffen standzuhalten.