US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun die Position Washingtons in Bezug auf die Bedrohung der Schifffahrt im Roten Meer deutlich gemacht. Der Chef des Weißen Hauses ließ keinen Zweifel daran, dass die Vereinigten Staaten keine Sperrung dieser strategisch wichtigen Wasserstraße zulassen werden, trotz der Ankündigungen der jemenitischen Huthis, Saudi-Arabien blockieren zu wollen.
„Das haben wir schon einmal getan'
Bei der Diskussion über die Lage in der Region bezog sich Trump auf frühere Erfahrungen im Umgang mit der bewaffneten Gruppe. Nach seinen Worten habe Washington in der Vergangenheit bereits entschlossene Maßnahmen gegen die Huthis ergriffen, woraufhin von dieser Seite lange Zeit keine weiteren Drohungen mehr kamen. Der Präsident betonte, dass die Kämpfer auch vor dem Hintergrund der Verschärfung des Konflikts mit dem Iran keine Probleme mit den USA hatten.
„Vielleicht wird es dazu kommen, aber wir werden uns darum kümmern, falls etwas Ähnliches passiert. Wir haben das schon einmal mit den Huthis gemacht, und seitdem wir das getan haben, haben wir lange nichts mehr von ihnen gehört', erklärte der amerikanische Staatschef.
Trump fügte hinzu, dass die USA im Falle neuer Versuche, die Freiheit der Schifffahrt zu beeinträchtigen, gezwungen sein würden, sich „wieder mit solchen Dingen zu beschäftigen', womit er den Einsatz militärischer Gewalt oder andere Zwangsmaßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung meinte.
Gefahr der Schließung der Straße von Bab el-Mandeb
Die provokante Erklärung der Huthis erfolgte am 20. Juli. Die von Iran unterstützte Gruppe kündigte eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien an und begründete diesen Schritt als Reaktion auf die jahrelange Blockade Jemens. Die Situation wird dadurch verschärft, dass Teheran die Huthis zuvor offiziell aufgefordert hatte, sich darauf vorzubereiten, die Ölroute durch die Straße von Bab el-Mandeb zu schließen.
Nach den Bedingungen der iranischen Führung könnte die Schließung der Straße erfolgen, falls die USA einen Schlag gegen die iranische Energieinfrastruktur ausführen. Das Risiko einer Eskalation wird auch von offiziellen Vertretern Jemens bestätigt: Am 13. Juli warnte ein Beamter, die Streitkräfte des Landes seien bereit, die Durchfahrt zu sperren, was seiner Einschätzung zufolge zu einem Anstieg der Weltölpreise auf 200 Dollar pro Barrel führen würde.