In den Gängen der Macht in Washington entbrennen ernsthafte Intrigen. Donald Trump, traditionell sicher in seiner Intuition, beginnt ernsthaft zu bezweifeln, dass sein derzeitiger Vizepräsident JD Vance in der Lage ist, sein politisches Erbe würdig fortzusetzen. Wie die New York Times herausfand, ist die Frage nach dem Nachfolger für 2028 erneut offen, und die Antwort könnte ganz anders ausfallen, als die Anhänger erwarten.

Fokusgruppen im Ovalen Büro

Trump war nie ein Befürworter öffentlicher Zugeständnisse von Unsicherheit, aber in privaten Gesprächen mit seinem engsten Kreis stellt er sich immer häufiger die Frage: Ist der 41-jährige Vance für die Rolle als Parteiführer bereit? Dies ist keine bloße Rhetorik. Der Präsident führt eine Art „Fokusgruppen“ durch, indem er Verbündeten die Idee unterbreitet, dass seinem Partner möglicherweise die Charisma und Erfahrung fehlen, um das Land allein zu führen.

Vance ist zweifellos ein Vertrauter von Trump, aber in den Augen des Präsidenten bleibt er vorerst ein „Projektmanager“ und kein „Führer der Nation“. Trump verschweigt nicht, dass Vance nie eine Wahl ohne seine direkte Unterstützung gewonnen hat, und vergleicht ihre Karrierewege ständig.

Details, die zählen

Für Trump, der vom Image besessen ist, entscheiden Kleinigkeiten über alles. Auf der Liste der „Minuspunkte“ von Vance finden sich nicht nur seine häufigen Urlaube (während Trump ohne Pausen arbeitet), sondern auch ein kurioser Vorfall auf dem Südgarten des Weißen Hauses, bei dem der Vizepräsident einen American-Football-Trophäe fallen ließ. Diese Momente untergraben laut Quellen das Bild eines „starken Führers“ in den Augen des Präsidenten.

Besonders verärgert ist Trump über Vances Kommunikationsstil in sozialen Medien. Während Trump Truth Social für laute Aussagen nutzt, verbringt Vance oft Zeit mit Antworten an Kritiker und Streitereien in den Kommentaren. Chefin des Stabs, Susie Wiles, hat dem Vizepräsidenten bereits geraten, sich solcher Aktionen zu enthalten, da sie für ein so hohes Amt unangemessen seien.

Der Schatten von Marco Rubio

Vance ist nicht der einzige Kandidat für die Rolle des Nachfolgers. Marco Rubio, der als Außenminister fungiert, verbringt deutlich mehr Zeit mit Trump, begleitet ihn häufig auf Reisen und bei Aufenthalten in Florida. Im Gegensatz zu Vance hat Rubio die Möglichkeit, engere persönliche Beziehungen zum Präsidenten aufzubauen, was in der Politik oft wichtiger ist als formelle Positionen.

Anfang Mai stellte Trump die Gäste eines Abendessens im Rosengarten direkt vor die Wahl: Wer ist besser, Vance oder Rubio? Dabei machte er deutlich, dass keiner von ihnen derzeit ein unangefochtener Favorit ist.

Risiko einer Katastrophe

In einem Interview mit dem Magazin Fortune warnte Trump vor den Risiken der Wahl des „falschen Menschen“ und nannte dies eine potenzielle Katastrophe. Vance, der dieses Gespräch von hinten des Präsidenten beobachtete, geriet in den Mittelpunkt, doch es bleibt unklar, ob ihm dies nützen oder schaden wird. Bisher bleibt die Frage offen, wer die Republikanische Partei nach Trump führen wird, und die Einsätze in diesem Spiel sind die Zukunft der gesamten Partei.