In seiner zweiten Amtszeit stand US-Präsident Donald Trump nicht nur im Fokus von Politikwissenschaftlern, sondern auch von Finanzanalysten. Eine neue Untersuchung von CNN unter Einsatz künstlicher Intelligenz hat ein beunruhigendes Muster im Verhalten des Staatsoberhauptes aufgedeckt. Die Analyse zeigt, dass Trump wiederholt Aktien von Unternehmen gekauft hat, die er anschließend in seinem Mikroblog Truth Social gelobt hat.

Der Algorithmus der Übereinstimmungen: Vom Kauf zur Veröffentlichung

Experten haben die Datenbank der Präsidentenposts in sozialen Medien mit offiziellen Deklarationen über Wertpapiergeschäfte abgeglichen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Trump hat mindestens 44 Aktienkäufe bei 21 verschiedenen Unternehmen getätigt, und zwar innerhalb einer Woche, bevor er in sozialen Medien lobende Beiträge über diese Firmen, deren Führungskräfte oder Produkte veröffentlichte.

Zudem tätigte der US-Führer Geschäfte kurz vor Veröffentlichungen, in denen Änderungen der staatlichen Politik hervorgehoben wurden. Diese Änderungen hätten potenziell bestimmten Unternehmen zugutekommen können, auch wenn ihre Namen nicht direkt erwähnt wurden. Insgesamt ergibt sich ein Bild, bei dem die öffentlichen Äußerungen des Staatsoberhauptes den Wert der von ihm gehaltenen Vermögenswerte steigern könnten.

Der Fall Nvidia: „Eine sehr wichtige Nachricht'

Eines der auffälligsten Beispiele in dem Bericht ist die Geschichte mit dem Technologieriesen Nvidia. Am 15. April 2025 veröffentlichte Trump einen Beitrag in Truth Social, in dem er die Information als „sehr wichtige und aufregende Nachricht' bezeichnete.

Der Präsident teilte mit, dass das Unternehmen, das weltweit führend in der Herstellung von Computerchips ist, Pläne zur Errichtung von Supercomputern für künstliche Intelligenz in den USA angekündigt habe. Trump versprach, dass Nvidia und ähnlichen Unternehmen „in beschleunigtem Tempo und zügig' alle notwendigen Genehmigungen erteilt würden.

Jedoch enthüllte der Präsident zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beitrags ein entscheidendes Detail nicht: Nur wenige Tage zuvor hatte er Nvidia-Aktien im Wert von 200.000 bis 500.000 Dollar gekauft. Diese zeitliche Übereinstimmung wirft Fragen auf, wie unabhängig die finanziellen Entscheidungen von der öffentlichen Rhetorik sind.

Umfang der Aktivität und Reaktion der Behörden

Trump bleibt einer der aktivsten Nutzer sozialer Medien unter den Weltführern. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er mehr als 6.000 Beiträge, in denen er sich häufig über große Konzerne äußerte. Parallel dazu führten seine Finanzmanager mehr als 20.000 Kauf- oder Verkaufsgeschäfte mit Aktien durch.

Regierungsüberwachungsbehörden geben zu bedenken, dass die Kombination aus aktivem Handel und öffentlichen Erklärungen ernsthafte Fragen bezüglich eines Interessenkonflikts des Präsidenten aufwirft. Im US-Kongress wird bereits diskutiert, ob Präsidenten und Gesetzgeber überhaupt Aktien handeln dürfen sollten, um solche Risiken auszuschließen.

Position des Weißen Hauses

Die Präsidentenverwaltung bestreitet kategorisch, dass Trump seine Position jemals für persönliche finanzielle Zwecke genutzt hat. Im Weißen Haus wird betont, dass seine Handlungen ausschließlich dem Wohle der amerikanischen Öffentlichkeit dienen.

Laut Vertretern der Verwaltung werden alle Aktiengeschäfte von externen Finanzmanagern getätigt, und Trump sowie seine Familie haben keine Kontrolle darüber, welche Vermögenswerte genau erworben werden. CNN weist jedoch auf einen wichtigen Aspekt hin: Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger hat Trump seine Vermögenswerte nicht in einen Blind Trust übertragen. Das bedeutet, dass er theoretisch wissen könnte, welche Aktien seine Fondsmanager kaufen oder verkaufen.

Trotzdem räumt das Magazin ein, dass es derzeit keine direkten Beweise dafür gibt, dass Trump Beiträge über bestimmte Unternehmen speziell mit dem Ziel veröffentlicht hat, sein Investmentportfolio zu vergrößern. Dennoch bleiben die Übereinstimmungen in Daten und Themen ein Fakt, der eine öffentliche Diskussion erfordert.