Der estnische Außenminister Margus Tsahna hat die Länder der Europäischen Union aufgefordert, „strategische Geduld' zu zeigen und den Druck auf Moskau zu erhöhen. Nach seinen Worten steht Russland derzeit aufgrund der Langstreichschläge der Ukraine vor ernsthaften Herausforderungen, und der kritische Moment für den Kreml „rückt näher'.
Der Weg zu Verhandlungen durch Druck
In einem Kommentar, der von Bloomberg übermittelt wurde, betonte Tsahna, dass Tallinn das genaue Ende des Konflikts nicht vorhersagen kann. Angesichts des Ausmaßes der Verluste der russischen Truppen ist der estnische Diplomat jedoch überzeugt, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, das Tempo nicht zu drosseln, sondern auf jede Reaktion Moskaus vorbereitet zu sein. Er ist der Ansicht, dass nur eine Verschärfung des Drucks der Auslöser für das Ende des Krieges sein kann.
„Europa und die Ukraine sind eine Seite. Mehr Druck, mehr Unterstützung der Ukraine durch Europa – und vielleicht kommt dann der Moment, in dem Putin bereit für Verhandlungen ist, aber das ist noch nicht der Fall', erklärte der Minister.
Tsahna wies auch darauf hin, dass er in Europa mehr Einheit sieht als ursprünglich erwartet. Dies geschieht trotz der Versuche Russlands, „Zwietracht zu säen' und die Rolle der EU zu schmälern, indem es den Block als Vermittler und nicht als Verbündeten Kiews darzustellen versucht.
Sanktionen und die Rolle der USA
Die Frage der Sanktionen bleibt ein Schlüsselinstrument. Tsahna gab zu, dass die verhängten Beschränkungen bereits Ergebnisse bringen, das europäische Ziel jedoch noch nicht erreicht ist. Er fügte hinzu, dass der Beitritt der USA zu diesem Prozess von größter Bedeutung ist, die EU jedoch eine größere Initiative in der Sanktionspolitik übernehmen sollte.
Angesichts dieser Aussagen haben die Länder der Europäischen Union bereits eine beispiellose Entscheidung unterstützt: Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland wurden sofort für 12 Monate verlängert. Bisher wurden solche Beschränkungen nur für sechs Monate verlängert.
21. Paket: Neue Bereiche der Beschränkungen
Brüssel ruht sich nicht auf dem Erreichten aus und bereitet die Verschärfung des Beschränkungsregimes vor. Die Europäische Kommission hat Vorschläge für das 21. Sanktionspaket veröffentlicht. Das Dokument sieht zusätzliche Maßnahmen gegen russische Unternehmen und Bürger vor, einschließlich Einreiseverbote in die EU-Länder.
Die neuen Beschränkungen betreffen mehrere Schlüsselbereiche:
- Das Finanzsystem der Russischen Föderation;
- Transaktionen mit Krypto-Assets;
- Handelstätigkeit;
- Die Fischereiwirtschaft – erstmals wird dieser Sektor unter Beschränkungen fallen.
Der westliche Kurs bleibt somit unverändert: Der Druck wird zunehmen, bis eine echte Möglichkeit für den Beginn von Verhandlungen unter Bedingungen geschaffen ist, die für Kiew akzeptabel sind.