In Russland steht eine weitreichende Änderung im Bereich der digitalen Finanzen bevor, die das Leben von Millionen von Jugendlichen direkt betreffen wird. Die Zentralbank Russlands hat eine Initiative vorgeschlagen, die die finanzielle Selbstständigkeit von Bürgern im Alter von 14 bis 18 Jahren einschränkt. Dem Entwurf zufolge können Minderjährige keine elektronischen Geldbörsen mehr ohne schriftliche Genehmigung der Eltern oder Vormünder eröffnen.
Kampf gegen Dropper als Hauptziel
Die Initiative ist Teil eines neuen Betrugsbekämpfungs-Pakets „Anti-Fraud 3.0“, das sich derzeit in der Phase der öffentlichen Diskussion befindet. Experten der Aufsichtsbehörde begründen die Notwendigkeit solcher strengen Maßnahmen mit dem Kampf gegen sogenannte „Dropper“ – Scheinpersonen, deren Konten zur Auszahlung gestohlener Gelder genutzt werden.
Jugendliche werden oft zu leichten Zielen für Betrüger, gerade wegen der Verfügbarkeit von E-Wallets. Im Gegensatz zu Bankkarten erfordern Geldbörsen keine Eröffnung eines Vollkontos und konnten früher ohne jegliche Kontrolle registriert werden. Die Zentralbank sieht darin ein ernstes Risiko, dass Minderjährige in kriminelle Finanzschemen verwickelt werden.
Wie sich das Leben von Schülern ändern wird
Wenn die Initiative angenommen wird, wird der Zugang zu digitalem Geld komplizierter. Ein Jugendlicher muss zunächst die offizielle Zustimmung der Eltern erhalten, bevor er ein solches Instrument nutzen kann. Unter die neuen Regeln fällt eine breite Palette von Diensten:
- Vorkassekarten;
- Geldbörsen auf Marktplätzen;
- In integrierte Zahlungssysteme in Messaging-Diensten;
- Lieferdienste.
Dies schafft gewisse Unannehmlichkeiten, da elektronische Geldbörsen eine der beliebtesten Zahlungsmethoden unter Jugendlichen sind. Über sie sind Schüler es gewohnt, Guthaben auf Spieleplattformen wie Steam aufzuladen, Abonnements zu bezahlen und andere Online-Dienste zu nutzen.
Das Ministerium für digitale Entwicklung widerspricht: Das Ressort fordert Überarbeitung
Die Initiative der Zentralbank hat keine einstimmige Unterstützung gefunden. Das Ministerium für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien Russlands hat erklärt, dass es das Projekt in seiner jetzigen Form nicht unterstützen kann. Das Ressort betonte, dass es sich erst an der Diskussion beteiligen wird, nachdem die Vorschläge überarbeitet und mit anderen staatlichen Strukturen abgestimmt wurden. Dies deutet darauf hin, dass das endgültige Regulierungsformat vor der Annahme geändert werden könnte.