Bei den Turn-Weltmeisterschaften 2026 im niederländischen Rotterdam schickte das ukrainische Team fünf Turner in die Qualifikationswettkämpfe: Wladyslaw Hryko, Nikita Melnikow, Bohdan Suprun, Oleq Vernjajew und Nasar Tschepurnyj. Nach den Vorentscheidungen gelang es nur einem von ihnen, sich für ein Einzelfinale zu qualifizieren — Nasar Tschepurnyj, und das in seiner Paradedisziplin, dem Pferdsprung. Damit bleibt der Ukrainer der einzige Vertreter des Landes, der in den Individualfinals des Turniers um Medaillen kämpfen wird.
Solo im Pferdsprung
Im Pferdsprung zeigte Tschepurnyj, der amtierende Europameister von 2026 in diesem Gerät, eine Durchschnittswertung von 14,450 Punkten für seine beiden Sprünge. Dieses Ergebnis sicherte ihm den dritten Platz in der Qualifikation und den souveränen Einzug in die entscheidende Runde. Er geht als einer der Favoriten ins Finale: Neben seinem Europatitel kann er in dieser Saison auch einen Sieg bei der letzten Etappe des World Challenge Cups vorweisen. In der Vorentscheidung wurden der Ukrainer lediglich von dem Briten Jake Jarman und dem Armenier Artur Dawtjan übertroffen.
Barren und Boden: Knapp am Finale vorbei
Neben dem Pferdsprung trat Tschepurnyj in zwei weiteren Disziplinen an, verpasste jedoch deren Finals. Am Barren erzielte er 14,400 Punkte und belegte den 13. Platz, womit er die für das Finale berechtigenden Top Acht um gerade einmal 0,200 Punkte verpasste. Bemerkenswert ist, dass das zweitbeste Ergebnis in der Barrenqualifikation vom ehemaligen ukrainischen Vertreter Illja Kowtun erzielt wurde, der kürzlich die kroatische Sportstaatsbürgerschaft angenommen hat. Am Boden kam der Ukrainer auf 13,000 Punkte, was ebenfalls nicht für den Finaleinzug reichte.
Vernjajews Misserfolg und die übrigen Turner
Die übrigen Mitglieder der ukrainischen Mannschaft schafften weder in den Einzeldisziplinen noch im Mannschafts-Mehrkampf den Sprung in die Entscheidungen. Besondere Aufmerksamkeit erregt das Abschneiden von Olympiasieger Oleq Vernjajew, der in vier Disziplinen an den Start ging, bei seinen ersten Weltmeisterschaften seit drei Jahren jedoch kein einziges Finalticket ergattern konnte. Für das ukrainische Team bedeutet dies, dass alle Medaillenhofnungen in den Einzelwettbewerben nun auf einem einzigen Turner ruhen.
Kontext: Vom Weltcup nach Rotterdam
Tschepurnyj's Einzug ins Sprungfinale setzt seine starke Saisonform logisch fort: Sein Status als Europameister von 2026 und der Sieg beim Weltcup-Finale wurden nun durch den dritten Platz in der Weltqualifikation untermauert. Für die Ukraine, die fünf Athleten in die Qualifikation geschickt hatte, fällt die Gesamtbilanz durchwachsen aus — ein einziger Erfolg im Paradedisziplin des Teamleaders, während kein anderer Turner in irgendeiner Disziplin auch nur in die Nähe der Finalränge kam. Die entscheidende Frage des Turniers wird nun sein, ob Tschepurnyj seine Qualifikations-„Silberposition“ beim entscheidenden Auftritt in Rotterdam in eine WM-Medaille umwandeln kann.