Sportskandal in Tschernowitz: Das Becken wird mit Erde verfüllt

In Tschernowitz ist eine öffentliche Kontroste um das Schicksal eines 50-Meter-Schwimmbads in unmittelbarer Nähe der wichtigsten Sportarena der Stadt entbrannt. Auslöser für die breite Diskussion war die Information, dass das Betonbecken des Objekts mit Erde verfüllt wird. Die Situation hat die Aufmerksamkeit des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Ukraine auf sich gezogen, und die Führung des lokalen Fußballclubs „Bukowina“ musste eine offizielle Erklärung abgeben.

Position des NOK: „Zerstörung zugunsten eines Parkplatzes“

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wadym Hutzajt, reagierte auf die Situation mit einer harten Erklärung. Er wandte sich offiziell an den Bürgermeister von Tschernowitz, Roman Klytschuk, mit der Forderung, die Arbeiten unverzüglich einzustellen, die er als Zerstörung einer Sportstätte einstuft.

Dem NOK-Chef zufolge haben sich in den Medien Gerüchte verbreitet, wonach das Schwimmbadbecken ausschließlich für die Anlage eines gewöhnlichen Autoparkplatzes beseitigt werden soll. Hutzajt betonte die Aktualität der Erhaltung von Sportplätzen unter den aktuellen Bedingungen:

„Heute, wenn der Feind täglich Sportobjekte mit Raketen und Drohnen zerstört, müssen wir alles Mögliche tun, um jeden vorhandenen Sportplatz zu erhalten. Besonders empörend sind die Nachrichten aus Tschernowitz, wo das Becken eines 50-Meter-Schwimmbads für die Anlage eines Parkplatzes zugeschüttet werden soll. In einer Zeit, in der Schwimmbäder wichtige Orte für die Rehabilitation unserer Verteidiger sind, wirken solche Entscheidungen unverständlich.“

Der NOK-Chef rief die lokalen Behörden und die Sportgemeinschaft der Region auf, sich zu vereinen, um die endgültige Zerstörung des Objekts zu verhindern.

Version des FK „Bukowina“: Gezwungene Maßnahme und Notstandszustand

Im Fußballclub „Bukowina“ versuchte man, die Öffentlichkeit zu beruhigen und zu erklären, dass die Verfüllung des Schwimmbads eine gezwungene und rein technische Maßnahme ist. Derzeit führt der Club eine aktive Modernisierung des Stadions durch, um es allen Standards der ukrainischen Premier-Liga (UPL) anzupassen, im Rahmen dessen der Fußballrasen vollständig ausgetauscht wird.

Vertreter des Clubs nannten drei Hauptargumente für ihr Handeln:

1. Logistische Lösung

Die Arbeiten auf der Arena sind umfangreich. Um den Umbauprozess zu beschleunigen und den Verkehr schwerer Fahrzeuge auf den umliegenden städtischen Straßen nicht zu blockieren, wurde das Becken des Schwimmbads vorübergehend als Lagerfläche für den ausgehobenen Boden genutzt. Der Club versicherte, dass der Beton der Erde nicht schadet und diese bei Bedarf vollständig abtransportiert werden wird.

2. Notstandszustand der Konstruktion

Laut einem offiziellen technisch-expertischen Gutachten existiert das Objekt als funktionierende Einheit bereits seit etwa 17 Jahren nicht mehr. Die Konstruktion gilt als vollständig verfallen: Der Beton ist zerstört, die Bewehrung verrottet, und das Becken selbst wird Wasser niemals mehr halten können.

3. Wirtschaftliche Unrentabilität

Das alte Schwimmbad hatte keine Heizungsanlage. Experten merken an, dass es deutlich einfacher und billiger sein wird, einen modernen Komplex „von Grund auf“ zu bauen, als versuchen, gefährliche sowjetische Ruinen wiederzubeleben.

Ergebnisse des Konflikts

Der FK „Bukowina“ fügte hinzu, dass er die Idee des Baus eines neuen olympischen Schwimmbads in Tschernowitz voll unterstützt. Die Vereinsführung ruft jedoch dazu auf, die Infrastruktur mit Verstand zu entwickeln und nicht der Panik zu erliegen, die in den sozialen Netzwerken geschürt wird. Derzeit laufen die Verfüllungsarbeiten im Rahmen der Logistik der Stadionrekonstruktion weiter.