Warschau hat offiziell auf die Erklärung des ukrainischen Staatspräsidenten reagiert, in der er die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern betonte. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bewertete die Schritte von Präsident Wolodymyr Selenskyj zur Intensivierung des Dialogs zwischen den Staaten positiv.

Die offizielle Reaktion des polnischen Regierungschefs wurde in dem sozialen Netzwerk X veröffentlicht. Tusk betonte, dass er die Worte und Entscheidungen seines ukrainischen Amtskollegen mit „Freude und Hoffnung“ wahrnimmt.

Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe

In seinem Kommentar definierte Donald Tusk die grundlegenden Prinzipien, auf denen seiner Meinung nach die Beziehungen zwischen Warschau und Kiew aufbauen sollten. Er erklärte, dass die Zusammenarbeit ausschließlich auf „gegenseitigem Respekt und Wahrheit“ basieren müsse.

Der polnische Ministerpräsident bestätigte zudem die Bereitschaft seiner Seite zu einem „ernsthaften und freundschaftlichen Dialog“. Tusk wies darauf hin, dass dieses Kommunikationsformat das gesamte Spektrum von Themen abdecken sollte: von den Fragen, die die beiden Länder verbinden, bis hin zu jenen, die derzeit Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten sind.

Voraussetzungen für eine neue Phase der Beziehungen

Die Initiative aus Kiew entstand vor dem Hintergrund jüngster Ereignisse im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Wolhynien-Tragödie. In Polen wurde ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, woraufhin Kiew zu einem Dialog auf Augenhöhe aufrief.

Zuvor hatte Wolodymyr Selenskyj fünf konkrete Maßnahmen angekündigt, die darauf abzielen, die bilateralen Beziehungen zu verbessern. Der Präsident betonte, dass die Ukraine bestrebt ist, nachbarschaftliche, gleichberechtigte und gegenseitig vorteilhafte Beziehungen zu allen Partnern in Europa zu pflegen. Im Rahmen dieser Strategie beauftragte der Staatschef die Regierung, die Kontakte mit Warschau zu intensivieren.