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title: "Tusk über Selenskyj: „Wir werden in Danzig warten“ – diplomatische Antwort Warschaus auf die Krise"
description: "🇵🇱 Tusk: „Wir werden Selenskyj in Danzig erwarten“ – trotz der Krise wegen der UPA und des Flugzeugvorfalls. Die Konferenz am 25.–26. Juni wird ein Test für die polnisch-ukrainischen Beziehungen sein. 🤝✈️"
date: 2026-06-09T23:16:00.000Z
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# Tusk über Selenskyj: „Wir werden in Danzig warten“ – diplomatische Antwort Warschaus auf die Krise

![Donald Tusk vor der polnischen Flagge während einer Pressekonferenz, kommentierend das Treffen mit Selenskyj in Danzig](https://xab.info/media/2026/06/10/tuszk-o-zelenskom-budem-zhit-v-gdansk-diplomaticheskiy-otvet-varshavy-na-krizis/tuszk-o-zelenskom-budem-zhit-v-gdansk-diplomaticheskiy-otvet-varshavy-na-krizis-1.webp)

Angesichts der wachsenden Spannungen in den bilateralen Beziehungen versuchen Warschau und Kiew, das Kooperationsformat aufrechtzuerhalten. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte während einer Pressekonferenz, dass er auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Danzig bei der internationalen Konferenz zur Wiederherstellung der Ukraine warten werde, die am 25. und 26. Juni stattfinden wird.

### „Wir werden diejenigen begrüßen, die kommen“

Tusk betonte, dass Selenskyj einer der Organisatoren der Veranstaltung ist, weshalb die polnische Seite nicht plant, auf die Teilnahme des ukrainischen Führers zu verzichten. „Ich erwarte hier keine Bestätigung. Wir werden ganz offensichtlich diejenigen in Danzig begrüßen, die kommen: Unternehmen, Wirtschaft. Das liegt im Interesse sowohl der Ukraine als auch Polens“, so der Ministerpräsident.

Seiner Meinung nach ist der Erfolg der Konferenz für beide Länder wichtig, da die Verhandlungen nicht nur humanitäre Fragen, sondern auch die wirtschaftlichen Interessen Polens beim Wiederaufbau der ukrainischen Infrastruktur betreffen werden. „Wir werden sehen, wie es wird, aber bisher habe ich keine Anzeichen dafür, dass die ukrainische Seite dies in ihren Plänen ignorieren möchte“, fügte Tusk hinzu.

### Flugzeugvorfall: Rzeszów ist nicht geschlossen

Separat kommentierte Tusk den jüngsten Vorfall, bei dem Selenskyjs Flugzeug aus Rumänien nach Großbritannien startete und den polnischen Flughafen Rzeszów umging, der zuvor als Transitknotenpunkt genutzt wurde. „Präsident Selenskyj nutzt andere Möglichkeiten als Rzeszów, und das war’s. Ich werde ihm nicht sagen, woher und wie er fliegen soll. Rzeszów wurde nicht geschlossen“, erklärte der polnische Ministerpräsident.

Er erinnerte auch daran, dass die Hilfe Polens für die Ukraine über die militärische Unterstützung hinausgeht und Logistik, humanitäre Hilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit umfasst.

### Krise wegen der UPA: Auszeichnung in Gefahr?

Die Spannungen zwischen den Ländern verschärften sich, nachdem Selenskyj Ende Mai dem separaten Zentrum für Spezialoperationen „Nord“ die Ehrenbezeichnung „der Helden der UPA“ verliehen hatte. Diese Entscheidung löste eine scharfe Reaktion in Polen aus, wo die UPA mit der Tragödie von Wolhynien und der Zusammenarbeit mit den Nazis während des Zweiten Weltkriegs in Verbindung gebracht wird.

Der polnische Präsident Karol Nawrocki gab zu bedenken, dass Selenskyj möglicherweise der höchsten staatlichen Auszeichnung Polens, des Ordens des Weißen Adlers, beraubt werden könnte. Als Antwort erklärte das ukrainische Außenministerium, dass es nicht beabsichtigt habe, Polen zu beleidigen, und erläuterte: Für die ukrainische Gesellschaft ist die UPA ein Symbol des Widerstands gegen den russischen Imperialismus und die Besatzung.

### Aufruf zum Dialog: „Keine Untergrabung der Solidarität zulassen“

Tusk forderte die Führung beider Länder zu direkten Verhandlungen auf und warnte davor, das strategische Partnerschaftsgefüge angesichts der russischen Aggression zu zerstören. „Solidarität zwischen uns ist nicht nur ein Wort. Sie ist die Grundlage der Sicherheit ganz Europas“, schloss er.

Die Konferenz in Danzig wird eine entscheidende Prüfung für die Fähigkeit Warschaus und Kiws sein, den Dialog auch unter Bedingungen tiefer Meinungsverschiedenheiten aufrechtzuerhalten. Ihr Ausgang wird nicht nur die Zukunft des Wiederaufbaus der Ukraine, sondern auch die Stabilität des gesamten regionalen Blocks im Rahmen des andauernden Krieges beeinflussen.