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title: "Tusk zum UPA-Skandal: Polen wird die Unterstützung der Ukraine nicht verhandeln, aber Bedingungen stellen"
description: "Donald Tusk kommentierte den UPA-Skandal: Polen wird den EU-Beitritt der Ukraine nicht blockieren, aber die Unterstützung wird strikt im Interesse Warschaus liegen. 🇺🇦🤝🇵🇱 Präsident Nawrocki lässt eine Entziehung des Ordens von Selenskyj zu, doch das polnische Außenministerium spricht sich dagegen aus. Tusk forderte zum Dialog auf, um die Allianz vor dem Hintergrund des Krieges nicht zu zerstören."
date: 2026-06-09T19:52:00.000Z
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# Tusk zum UPA-Skandal: Polen wird die Unterstützung der Ukraine nicht verhandeln, aber Bedingungen stellen

![Donald Tusk auf Pressekonferenz: diskutiert Polens Haltung zu UPA und Unterstützung der Ukraine](https://xab.info/media/2026/06/10/tusk-o-skandale-s-upa-polsha-ne-budet-torgovat-podderzhkoy-ukrainy/tusk-o-skandale-s-upa-polsha-ne-budet-torgovat-podderzhkoy-ukrainy-1.webp)

Der diplomatische Konflikt zwischen Warschau und Kiew, der auf historischen Differenzen basiert, hat sich in die Ebene strategischer Interessen verlagert. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk gab eine harte, aber abgewogene Antwort auf die Frage, wie sich der Prozess der EU-Integration der Ukraine angesichts der aktuellen Krise entwickeln wird.

### Ende der Politik des „Handelns“ mit Unterstützung

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Warschau die Blockierung von Verhandlungsklustern als Druckmittel gegen Kiew wegen des UPA-Skandals nutzen könnte. Donald Tusk wies eine solche Interpretation der Ereignisse kategorisch zurück. Laut dem polnischen Ministerpräsidenten wird Warschau seine Unterstützung für die ukrainischen Bestrebungen, der EU beizutreten, nicht „verhandeln“.

Dennoch legte Tusk sofort den Rahmen dieser Unterstützung fest. Polen wird der Ukraine weiterhin auf dem Weg nach Europa helfen, aber ausschließlich unter Bedingungen, die als „europäisch, sicher und im Interesse Polens selbst“ anerkannt werden. Diese Erklärung war eine direkte Antwort auf die Befürchtungen, dass der historische Streit ein Hindernis für die geopolitische Partnerschaft werden könnte.

### Die Geschichte des Konflikts: Von Ehrennamen bis zu Drohungen

Anlass für die scharfe Reaktion in Polen war die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 26. Mai. Der Staatsoberhaupt verlieh dem separaten Zentrum für Spezialoperationen „Nord“ den Ehrennamen „der Helden der UPA“ für vorbildliche Erfüllung von Kampfaufgaben.

In Warschau wurde diese Entscheidung als äußerst schmerzhaft empfunden. Der polnische Präsident Karol Nawrocki nahm eine prinzipielle Position ein und erklärte, dass er die Möglichkeit in Betracht zieht, Selenskyj der höchsten staatlichen Auszeichnung Polens zu entziehen. Dies wäre ein beispielloser Schritt in den diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Gleichzeitig versuchte das ukrainische Außenministerium, die Spannungen zu mildern, indem es erklärte, dass Kiew nicht beabsichtigt habe, die polnische Seite zu beleidigen. Das Ministerium erläuterte, dass die UPA in der ukrainischen Gesellschaft vor allem mit dem Kampf gegen den russischen Imperialismus und die Besatzung assoziiert wird und nicht mit ethnischen Konflikten.

### Auf der Suche nach einem Kompromiss vor dem Hintergrund des Krieges

Trotz der Aufgeregtheit rufen Schlüsselfiguren der polnischen Politik zur Zurückhaltung auf. Donald Tusk trat für einen direkten Dialog zwischen den Führungsspitzen beider Länder ein. Sein Ziel ist es, zu verhindern, dass Emotionen rund um das historische Gedächtnis die ukrainisch-polnische Solidarität vor dem Hintergrund der anhaltenden russischen Aggression untergraben.

Auch innerhalb des polnischen Establishments gibt es keine Einigkeit in Bezug auf die Bestrafung Kiws. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski sprach sich gegen die Idee aus, Selenskyj des Ordens zu berauben. Als Argument führte er das Beispiel an, dass der ehemalige deutsche Kanzler Gerhard Schröder diesen Orden immer noch besitzt, dessen Position zu vielen Fragen ebenfalls weit von dem Ideal für Warschau entfernt ist.