In der Ukraine sind derzeit über zwei Millionen Veteranen und Veteraninnen registriert, und nach Beendigung der Kampfhandlungen könnte sich ihre Gesamtzahl auf fünf bis sechs Millionen Menschen erhöhen. Monitordaten des Büros des Ombudsmanns zufolge sind mehr als die Hälfte der demobilisierten Kämpfer davon überzeugt, dass staatliche Institutionen ihre Verpflichtungen zum Schutz ihrer legitimen Rechte und Interessen nicht erfüllen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada, Dmytro Lubinez, erklärte in einem Interview mit RBC-Ukraine, dass Soldaten statt vollwertiger Unterstützung mit kontinuierlicher bürokratischer Willkür konfrontiert sind.

Ausmaß des Problems und bürokratische Hürden

Dem Ombudsmann zufolge erklären etwa eine Million Bürger, die an der Front einen Teil ihrer Gesundheit opferten und aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst entlassen wurden, offen die Untätigkeit der Behörden. Nach der Rückkehr aus der Kampfzone oder feindlicher Gefangenschaft sind ehemalige Militärangehörige gezwungen, sich statt Reha und sozialer Integration langwierigen und erschöpfenden Verfahren mit Beamten zu stellen. Das bestehende Sozialschutz- und medizinische Versorgungssystem hat sich als unvorbereitet erwiesen, einen solchen Strom von Menschen zu bedienen.

Prognosen zum Wachstum der Veterangemeinschaft

Staatliche Strukturen und Analysten prognostizieren einen mehrfachen Anstieg der Veterangemeinschaft im Zuge des weiteren Verlaufs und Abschlusses des Konflikts. Schätzungen des Ombudsmanns deuten darauf hin, dass die Zahl nach Kriegsende zwischen fünf und sechs Millionen Menschen erreichen wird. Dies erfordert eine radikale Umstrukturierung der gesamten Staatspolitik, die Einführung neuer Standards für Rehabilitation, Beschäftigung, psychologische Hilfe und Rechtsschutz.

Zusätzliche Initiativen des Ombudsmanns zur Mobilisierung

Vor dem Hintergrund der Diskussion über Veteranenrechte ging Dmytro Lubinez auch auf die Arbeit der territorialen Zentren für Rekrutierung und soziale Unterstützung ein. Er betonte die Notwendigkeit des obligatorischen Einsatzes persönlicher Bodycams durch Mitarbeiter bei der Ausübung ihrer Dienstpflichten. Bei Fehlen einer Videoaufzeichnung schlug der Ombudsmann vor, eine Verschuldungsvermutung für Mitarbeiter einzuführen, was das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken soll.

Die Situation des Misstrauens eines großen Teils der Veteranen gegenüber dem Staat erfordert unmittelbare und systemische Managemententscheidungen. Die Erfahrungen von Millionen demobilisierten Bürgern zeigen, dass punktuelle Unterstützungsmaßnahmen nicht mehr ausreichen und bürokratische Hürden die soziale Stabilität untergraben. Weitere Schritte der Behörden müssen auf transparente digitale Dienste und echten Rechtsschutz abzielen.