Die Nacht zum 2. Juli wurde für Kiew zu einer der schwersten in den letzten Jahren. Als Reaktion auf einen beispiellosen Angriff suchten rekordverdächtige 52.500 Menschen Schutz im Untergrund der Hauptstadt. Unter denen, die Schutz vor Raketen und Drohnen suchten, waren fast 4.500 Kinder. Diese Zahl übertraf alle vorherigen Rekorde, die seit dem Beginn des umfassenden Krieges registriert wurden.

Umfang des Angriffs und Folgen

Grund für den dringenden Zustrom von Menschen war einer der massivsten kombinierten Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt. Die russischen Streitkräfte setzten gleichzeitig ballistische und Marschflugkörper sowie Kampfdrohnen ein. Die Treffer trafen auf Stadtteile im gesamten Stadtgebiet.

Laut vorläufigen Berichten wurden infolge des Angriffs mehr als 30 Standorte beschädigt. Die schwersten Zerstörungen wurden im Stadtteil Darnyzja registriert, wo ein Teil eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört wurde. Auch andere Wohngebäude, medizinische Einrichtungen, eine Notstromstation und Hotels wurden beschädigt. Die Opferbilanz ist tragisch: 20 Menschen starben, etwa 90 wurden verletzt.

U-Bahn als Schutzraum: Regeln und Empfehlungen

Angesichts der Bedrohung wechselten alle 46 U-Bahn-Stationen Kiews in einen 24-Stunden-Betriebsmodus als Schutzräume. Alle Eingänge wurden für die Bürger geöffnet. Die Verwaltung der U-Bahn betont jedoch: Tagsüber, wenn keine Luftalarmwarnung besteht, erfolgt die Bewegung auf den Stationen unter allgemeinen Bedingungen.

Für diejenigen, die gezwungen sind, die ganze Nacht im Untergrund zu verbringen, gab das kommunale Unternehmen eine Reihe wichtiger Empfehlungen:

  • Temperatur. Die Durchschnittstemperatur auf den Stationen beträgt 17–18°C. Aufgrund von Zugluft, die durch die Tunnel strömt, kann es jedoch kalt wirken. Die Bewohner werden dringend aufgefordert, sich mit warmer Kleidung vorzubereiten.
  • Wahl des Ortes. Während der Alarmzeiten sind traditionell die Stationen in großen Wohngebieten am stärksten frequentiert. Auf den zentralen Stationen ist die Menschenmenge in der Regel geringer. Wenn die Situation es zulässt, werden die Stadtbewohner gebeten, weniger frequentierte Standorte zu wählen, um Gedränge zu vermeiden.
  • Umgang mit dem Personal. Die Mitarbeiter der U-Bahn bitten um Verständnis für die Arbeit des Personals. Genau diese Menschen gewährleisten den reibungslosen Betrieb der Stationen unter Kriegsbedingungen und bereiten die U-Bahn gleichzeitig tagsüber auf den vollen Personenverkehr vor.