Das chinesische Unternehmen UBTECH hat gemeinsam mit Siemens in der VR China einen sogenannten „digitalen Superwerk“ zur Herstellung von Humanoid-Robotern in Betrieb genommen – die weltweit erste Anlage, bei der Androiden vom Fließband mit einem Takt von etwa einer Einheit alle 10 Minuten rollen. Die angegebene geplante Jahreskapazität der Linie übersteigt 10.000 Roboter, was die Herstellung von Humanoiden aus der Kategorie der Demonstrationsprototypen in die Ebene der seriellen industriellen Produktion verschiebt. Laut Unternehmensangaben hat sich der Start bereits auf die Finanzergebnisse von UBTECH im ersten Halbjahr 2026 ausgewirkt.
Digiteller Zwilling: Die Fabrik, die zuerst virtuell aufgebaut wurde
Das zentrale Optimierungsinstrument war eine exakte virtuelle Kopie des Betriebs im Maßstab 1:1, erstellt auf der Plattform Siemens Plant Simulation. Im digitalen Zwilling wurden Arbeitsstationen, Regale und Boden-AGV-Fahrzeuge nachgebildet, und die Prozesse selbst vom Wareneingang bis zur Auslieferung der fertigen Produkte simuliert. Wie die Entwickler betonen, senkt eine solche Simulation die Kosten für die Inbetriebnahme unmittelbar vor Ort erheblich: Die meisten „Engpässe“ werden bereits im virtuellen Raum vor dem Start des realen Fließbands erkannt und beseitigt.
Humanoiden, die Humanoiden zusammenbauen
Das Hauptmerkmal der Anlage ist die aktive Einbindung der Roboter selbst in die Herstellung anderer Roboter. Die Modelle Cruzr Y1 und Cruzr S2 arbeiten Seite an Seite mit Menschen und erledigen Aufgaben wie Entpacken, Palettieren, Beladen und Transport von Komponenten. Anstelle starrer fixer Linien wird ein flexibles System eingesetzt: kollaborative Arme, Manipulatoren, Logistikfahrzeuge und Drehstationen mit 360-Grad-Drehung, die es ermöglichen, die Fertigung der Modelle Walker und Cruzr schnell auf einer Linie umzurüsten. Die Produktionspläne, die Materiallogistik und das Lager werden vom Smart-System Yanshee MOM gesteuert – eine gemeinsame Entwicklung von UBTECH und Siemens. Jeder Roboter erhält eine eindeutige Seriennummer, die eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Teilen, Chargen, Montageparametern und Testdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg gewährleistet.
Finanzielle Wirkung der Massenproduktion
Der Übergang zur Serienfertigung hat sich deutlich auf die Berichterstattung von UBTECH für das erste Halbjahr 2026 ausgewirkt. Der Gesamtumsatz des Unternehmens erreichte 178,8 Millionen US-Dollar, was 104,2 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum liegt. Die Gesamtabsatzmengen der Humanoiden beliefen sich auf 16.123 Einheiten (Zuwachs um 268,3 Prozent), und der Umsatz im Segment der vollformatigen Modelle stieg um 1445 Prozent auf 83 Millionen US-Dollar bei 921 verkauften Einheiten (Zuwachs um 1946,7 Prozent). In diesem Zusammenhang berichten Branchenmedien, dass UBTECH das Ziel verfolgt, die Humanoid-Produktion im Jahr 2026 zu verzehnfachen und die Selbstkosten der Maschinen auf etwa 20.000 US-Dollar zu senken, sowie über den Einsatz von UBTECH-Humanoiden in der Luftfahrtproduktion von Airbus.
Widersprüchliche Daten
In den vorliegenden Materialien gibt es eine Unstimmigkeit in der Umsatzsegmentierung, die zu berücksichtigen ist. Einerseits werden „Gesamtabsatzmengen der Humanoiden“ von 16.123 Einheiten angegeben; andererseits sind im Segment der „vollformatigen Modelle“ (große Androiden) lediglich 921 verkaufte Einheiten bei einem Umsatz von 83 Millionen US-Dollar aus dem Gesamtumsatz von 178,8 Millionen angegeben. Die Differenz von mehr als 15.000 Einheiten lässt sich dadurch erklären, dass in der Gesamtzahl kompakte/kleine Modelle und Komponenten enthalten sind, während 921 genau die vollformatigen Androiden sind; in den Primärdaten ist eine solche Aufschlüsselung jedoch nicht direkt ausgewiesen. Darüber hinaus sind der Richtwert von 20.000 US-Dollar pro Einheit und die „Verzehnfachung der Produktion“ angegebene Unternehmensziele und keine bestätigten tatsächlichen Kennzahlen des Berichtszeitraums.