Im Juni 2026 finden auf dem Territorium Armeniens großangelegte internationale Militärmanöver unter dem Codenamen „Eagle Partner 2026“ statt. Die Veranstaltung, die unter der Koordination des armenischen Verteidigungsministeriums organisiert wird, konzentriert sich auf die Vorbereitung von Fachkräften für Aufgaben im Rahmen internationaler Friedenseinsätze.

Zusammensetzung der Teilnehmer und Zeitplan

Die Manöver sind für den Zeitraum vom 17. bis 25. Juni geplant. Das Rückgrat des Kontingents bilden 250 Soldaten der Friedenstruppenbrigade der Streitkräfte Armeniens. Ein entscheidendes Merkmal der Übungen wird jedoch die Anwesenheit ausländischer Partner sein, was den internationalen Charakter der Ausbildung unterstreicht.

Den Angaben des Verteidigungsministeriums zufolge werden sich folgende Kräfte den Trainings anschließen:

  • 58 Soldaten der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika sowie Vertreter der Nationalgarde des Bundesstaates Kansas;
  • 24 Vertreter der französischen Streitkräfte;
  • 11 Soldaten aus Griechenland.

Aufgaben und Ziele der Manöver

Hauptziel der Übungen ist die Verbesserung der Interoperabilität zwischen Einheiten verschiedener Länder unter Bedingungen internationaler Operationen. Im Rahmen der Trainingseinheiten werden die Soldaten Fähigkeiten im Truppenführung, taktischer Kommunikation und im Erfahrungsaustausch unter Feldbedingungen erproben. Das armenische Ministerium betonte, dass solche gemeinsamen Übungen eine regelmäßige Praxis für die Einheiten des Landes darstellen, die häufig zu ähnlichen Manövern in Partnerstaaten entsandt werden.

Geopolitischer Kontext

Die Durchführung der Übungen mit Beteiligung der USA, Frankreichs und Griechenlands erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlichen Transformation der Verteidigungsstrategie Armeniens. In den letzten Monaten hat Eriwan demonstrativ seine Aktivität im Rahmen von Sicherheitsstrukturen unter der Schirmherrschaft Russlands, einschließlich der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), reduziert und gleichzeitig die militärische Zusammenarbeit mit dem Westen ausgebaut.

Ähnliche Eagle-Partner-Übungen, die ein Jahr zuvor durchgeführt wurden, hatten bereits scharfe Kritik aus Moskau hervorgerufen. Die Spannungen in den Beziehungen zwischen Eriwan und Moskau haben sich auch auf politischer Ebene verschärft: Vor kurzem forderte Wladimir Putin die Abhaltung eines Referendums in Armenien zur möglichen Beitreitung des Landes zur Europäischen Union, woraufhin Eriwan mit der Erklärung reagierte, diesen Weg einschlagen zu wollen.