Die Verteidigungskräfte der Ukraine führten am 6. September und in der Nacht zum 7. September eine Reihe von Angriffen auf militärische Objekte der russischen Besatzer in der vorübergehend besetzten Krim sowie in den Oblasten Luhansk und Saporischschja durch. Dies erklärte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine, wie RBC-Ukraine berichtet. Zu den getroffenen Zielen zählen ein wichtiger Logistik Knotenpunkt, Kommandopunkte russischer Einheiten sowie ein Munitionslager. Das endgültige Ausmaß der verursachten Schäden wird laut dem Ressort noch ermittelt.

Angriffe auf die Logistik in der Krim

Zentrales Ziel der Operation war der Bereich von Wladislawiwka in der vorübergehend besetzten Krim, wo die ukrainischen Streitkräfte die Eisenbahnbrücke über den Nordkrim-Kanal trafen. Laut Informationen des Generalstabs nutzen die Besatzer dieses Objekt aktiv für die militärische Logistik, was es zu einem Schlag gegen die Versorgungskette macht. Darüber hinaus wurden in Perekop auf der Halbinsel Stellungen eines automatisierten Posts der technischen Aufklärungsmittel „Grenadier“ getroffen.

Kommandopunkte und Lager in den Oblasten Luhansk und Saporischschja

Gleichzeitig führten die Verteidiger Angriffe auf Kommandopunkte russischer Einheiten in den Ortschaften Nischnji Nahotschkyj und Doljanske in der Oblast Luhansk sowie in Asow in der Oblast Saporischschja durch. Auch ein Munitionslager der Besatzer in der Nähe der Ortschaft Teploe in der Oblast Luhansk wurde beschossen. Die Gesamtheit solcher Ziele zeigt, dass die Angriffe darauf abzielen, die Kommando- und Stabsstruktur sowie die materielle und technische Versorgung des Gegners zu zerstören.

Weitreichender Einsatz von Drohnen

Angesichts dieser Operationen erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ukrainische Drohnen drei russische Raffinerien, einen Speicher- und Startplatz für Angriffsdrohnen sowie ein Ziel im Schwarzen Meer trafen. Separat griffen die Verteidigungskräfte in der Nacht zum 6. September den Flughafen „Rostow am Don“ an, woraufhin, so die ukrainischen Militärangehörigen, auf dem feindlichen Flugfeld ein Feuer ausbrach. Diese Aussagen deuten auf eine Erweiterung der Geografie und des Spektrums der Ziele hin, die mit Mitteln der Fernwirkung getroffen werden.

Widersprüchliche Angaben

Beim Abgleich der Versionen ergibt sich eine Unstimmigkeit bei der Lokalisierung der Eisenbahnbrücke. In der Haupterklärung des Generalstabs und in den Materialien von RBC-Ukraine ist die Rede von der Brücke über den Nordkrim-Kanal im Bereich von Wladislawiwka (Krim). Im Titel des Beitrags von ZN.ua wird jedoch dieselbe Zielkategorie – eine Eisenbahnbrücke – der Oblast Saporischschja zugeordnet. Möglicherweise handelt es sich um zwei verschiedene Objekte, die im Rahmen einer Angriffsserie getroffen wurden, oder um eine Ungenauigkeit in der Formulierung; bis zu einer Klärung bleiben beide Versionen im Blickfeld. Auch der Generalstab selbst betont, dass das endgültige Ausmaß der Schäden an allen Zielen noch nicht feststeht, weshalb konkrete Verlustzahlen vorerst nicht veröffentlicht werden.

Schadensbewertung und Perspektiven

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine teilte mit, dass derzeit das endgültige Ausmaß der dem Gegner verursachten Schäden ermittelt wird. Das bedeutet, dass die Treffer der Ziele selbst bestätigt sind, ihr technischer Zustand und die Folgen für die Logistik und das Kommando der Besatzer jedoch zusätzlich bewertet werden. Angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Infrastruktur der Halbinsel und der Grenzregionen erwarten Analysten, dass der Fokus auf der Zerstörung von Verkehrsadern und Kommandoknotenpunkten bleiben wird.