Die ukrainischen Verteidigungskräfte führten eine großangelegte Operation zur Zerstörung strategisch wichtiger Objekte auf russischem Territorium durch. Laut Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurden mit Langstreckenwaffen Angriffe auf den Krasnodarer und den Stawropoler Kraj sowie auf Ziele in den Meeresgewässern durchgeführt.

Logistik und Öl unter Beschuss

Hauptziel der Angriffe waren Objekte, die den Betrieb der russischen Kriegsmaschinerie sicherstellen. Betroffen waren Logistikzentren, die für die Lieferung von Komponenten für unbemannte Fluggeräte, Navigationsausrüstung und anderes Militärgut zuständig sind.

Neben Lagerkomplexen wurde auch eine weitere Ölbasis in einer der südlichen Regionen getroffen. Der Angriff auf die Infrastruktur des Energiesektors zielt darauf ab, logistische Lücken zu schaffen und die Arbeit der Nachschubdienste zu erschweren.

Angriffe auf die „Schattenflotte“

Ein wesentlicher Teil der Operation fand in den Gewässern des Schwarzen und Asowschen Meeres statt. Ukrainische Verteidiger zerstörten ein Öltanker und vier Frachtschiffe, die laut Angaben aus Kiew zur sogenannten „Schattenflotte“ Russlands gehören.

Diese Schiffe werden für den Transport von Öl genutzt, um offizielle Routen und internationale Sanktionen zu umgehen. Die Zerstörung solcher Ziele verursacht direkte wirtschaftliche Schäden und blockiert Absatzkanäle für russische Energieträger.

Großbrände im Krasnodarer Kraj

In der Nacht zum 22. Juli wurden im Krasnodarer Kraj die Folgen von Drohnenangriffen registriert. In Krasnodar selbst brach auf dem Gelände eines Logistikzentrums des Marktplatzes Wildberries ein Großbrand aus. Zudem wurde laut vorläufigen Daten eine Ölbasis in Armawir getroffen.

Diese Ereignisse sind eine Fortsetzung einer Serie von Angriffen auf die Infrastruktur der Region. Zuvor, am 21. Juli, griff die Brigade für Artillerieaufklärung „Schwarzer Wald“ den Flugplatz „Chalino“ in der Region Kursk an und zerstörte einen MiG-29-Jäger sowie ein Flugabwehrraketengeschützsystem „Pantsir-S1“.

Position Kiws

Kommentierend zu den Ereignissen erklärte Wolodymyr Selenskyj, dass die Ukraine den Krieg „ganz zu Recht nach Hause – nach Russland – zurückbringt“. Der Staatsoberhaupt betonte, dass Kiew der russischen Seite bereits alle Vorschläge zur Beendigung des Konflikts übermittelt habe.

„Frieden ist notwendig, und die Ukraine hat der russischen Seite alle Vorschläge gemacht. Man muss sie dazu zwingen, zur Diplomatie überzugehen“, schrieb der Präsident und verknüpfte den militärischen Druck mit der Notwendigkeit, Verhandlungen anzustoßen.