---
title: "Der Orden-Krieg und die Geschichte: Ukrainas Antwort an Polen auf Nawrockis Handlungen"
description: "Die Ukraine hat auf die Handlungen von Präsident Nawrocki geantwortet: Kiew ruft zur Zurückhaltung auf, verspricht jedoch, auf feindliche Schritte zu reagieren. Außenminister Sybiga nannte Nawrocki einen „Zerstörer“ der Beziehungen und stellte fest, dass historische Streitigkeiten Moskau in die Hände spielen. 🇺🇦🤝🇵🇱"
date: 2026-06-21T10:16:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukraine-antwortet-polen-nawrocki-orden-krieg
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Der Orden-Krieg und die Geschichte: Ukrainas Antwort an Polen auf Nawrockis Handlungen

![Marek Nawrocki hält eine Rede vor einem Podium im Hintergrund der ukrainischen Flagge – im Kontext des diplomatischen Konflikts zwischen Ukraine und Polen über Orden und historisches Gedächtnis](https://xab.info/media/2026/06/21/ukraina-otvetila-polshche-navrotskiy-orde/ukraina-otvetila-polshche-navrotskiy-orde-1.webp)

Der diplomatische Dialog zwischen Kiew und Warschau ist in eine neue Phase eingetreten. Der ukrainische Außenminister Andrei Sybiga äußerte im Rahmen des TV-Marathons „Einheitsnachrichten“ die Position Kiews: Das Land ruft die polnische Seite zur Zurückhaltung auf, ist jedoch bereit, auf feindliche Schritte hart zu reagieren. Die sich um historische Fragen und Staatsauszeichnungen abspielenden Ereignisse sind längst nicht mehr nur Gegenstand von Historikerdiskussionen, sondern haben sich zu einem scharfen politischen Konflikt gewandelt.

### Von Dankbarkeit zur Warnung

In seiner Rede betonte Sybiga, dass die Ukraine niemals darauf abzielte, die Spannungen in den Beziehungen zu Polen zu schüren. Kiew habe die Unterstützung Warschaus stets hoch geschätzt und konstruktiv an bilaterale Fragen herangegangen. Der Tonfall des Gesprächs hat sich jedoch vor dem Hintergrund der jüngsten Vorfälle verändert.

Der Chef der ukrainischen Diplomatie forderte auf, die komplexen Kapitel der gemeinsamen Vergangenheit nicht zu politisieren. Aus seiner Sicht sollten sensible historische Themen im Fokus professioneller Historiker bleiben und nicht zu einem Instrument politischer Angriffe werden. Dennoch machte der Minister deutlich, dass die Zeit des Schweigens vorbei ist: Die Ukraine wird auf alle Handlungen reagieren, die sie als verächtlich oder feindselig ansieht.

### Kritik am polnischen Präsidenten

Der zentrale Punkt der Erklärung war eine scharfe Äußerung gegenüber dem polnischen Präsidenten Karol Nawrocki. Andrei Sybiga bezeichnete den Politiker als „Zerstörer“ der positiven Ergebnisse, die die beiden Länder in jüngster Zeit erzielt haben. Laut dem Minister erhält Nawrocki Applaus aus Moskau, was die Befürchtungen bestätigt, dass historische Streitigkeiten geopolitischen Gegnern in die Hände spielen könnten.

Die Spannungen erreichten ihren Höhepunkt nach der Entscheidung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, einem Militäreinheit eine Ehrenbezeichnung zu Ehren der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) zu verleihen. Als Reaktion auf diesen Schritt initiierte Nawrocki das Verfahren, Selenskyj einer polnischen Staatsauszeichnung zu entziehen.

### Folgen des „Orden-Krieges“

Die Situation rund um Orden und Geschichte hat einen Umfang angenommen, der über die zwischenmenschlichen Beziehungen der Führer hinausgeht. Zuvor hatte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk gewarnt, dass Konflikte um die Geschichte negative Folgen für die zukünftige Partnerschaft haben könnten. Auch der polnische Außenminister Radosław Sikorski erklärte, dass der einzige Gewinner in diesem „Krieg“ Moskau sein könnte.

Um die scharfen Kanten zu glätten, führte der Leiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Kyrylo Budanow, geheime Verhandlungen in Warschau durch. Laut Quellen konnte einer weiteren Verschärfung vorgebeugt werden, doch die Rhetorik bleibt hart.

### Präzedenzfälle der Ablehnung von Auszeichnungen

Die Situation mit dem Orden des Weißen Adlers wurde zum Präzedenzfall für eine Reihe ukrainischer Politiker. Von dieser Auszeichnung haben bereits die ehemaligen Präsidenten Leonid Kutschma und Wiktor Juschtschenko Abstand genommen. Petro Poroschenko wurde zum vierten ukrainischen Führer, der den Orden zurückgab. Nun steht Wolodymyr Selenskyj im Mittelpunkt des Interesses, dessen Status aus Sicht der polnischen Seite in Frage gestellt wurde.

Trotz Kritik und gegenseitiger Vorwürfe versicherte Andrei Sybiga, dass Kiew weiterhin offen für einen politischen Dialog sei. Dieser Dialog sei jedoch nur unter der Bedingung möglich, dass der diplomatische Etikette und die Achtung vor der Souveränität der Ukraine gewahrt bleiben.