In der Ukraine ist ein neues öffentliches Projekt namens „Offisniki OUT“ gestartet worden, das den Kampf gegen illegale Betrugs-Callcenter zum Ziel hat. Die Organisatoren der Initiative haben eine Geldprämie in Höhe von 100.000 Hrywnja für Bürger angekündigt, die verlässliche Informationen über aktive Schattenbüros liefern und so zu deren Enttarnung durch Strafverfolgungsbehörden beitragen.

Wesen des Projekts und Auszahlungsbedingungen

Zur Sammlung von Informationen wurde ein spezialisierter Telegram-Kanal namens „Offisniki OUT“ eingerichtet. An dem Projekt können sich sowohl normale Bürger, die mit Telefonbetrug konfrontiert wurden, als auch ehemalige Mitarbeiter solcher Strukturen beteiligen, die über Insiderwissen verfügen. Es ist anzumerken, dass das bloße Senden einer Nachricht keine Auszahlung garantiert: Die Daten müssen verifiziert werden und die Polizei ist verpflichtet, erfolgreiche operative Maßnahmen am angegebenen Ort durchzuführen. Die Belohnung wird an den ersten Teilnehmer ausgezahlt, dessen Informationen offiziell bestätigt werden.

Widersprüchliche Daten

Während die Projektorganisatoren aktiv finanzielle Unterstützung der Initiative durch westliche Partner sowie die Unterstützung von Behörden wie FBI, CIA, NSA und Europol geltend machen, rufen unabhängige Experten und offizielle Stellen zur Vorsicht bei diesen Aussagen auf. Bisher liegen keine direkten Bestätigungen für die Beteiligung amerikanischer und europäischer Geheimdienste an dem ukrainischen Telegram-Projekt von offiziellen diplomatischen oder Strafverfolgungsbehörden vor, was einen Teil der Aussagen der Organisatoren in die Kategorie der strittigen Informationen einordnet.

Beweisanforderungen und Haftung

Um Anspruch auf die Belohnung zu erheben, müssen Informanten nicht nur die genaue physische Adresse der Räumlichkeiten, sondern auch Sachbeweise für illegale Aktivitäten vorlegen: Fotos, Videomaterial, interne Arbeitsdokumentation oder Personal-Korrespondenz. Die Organisatoren betonen, dass erfundene Adressen oder doppelte Informationen nicht berücksichtigt werden. Nach dem Strafgesetzbuch der Ukraine, insbesondere Artikel 255, zieht die Gründung und Beteiligung an kriminellen Organisationen harte Strafen nach sich, deren Ausmaß von der nachgewiesenen Rolle jeder Person abhängt – von Betreibern bis hin zu Top-Managern.