Der ukrainische Außenministeriumsvertreter Georgiy Tychiy hat sich offiziell bei Griechenland für den Vorfall mit einer See-Drohne entschuldigt, die vor der Küste der Insel Lefkada im Ionischen Meer entdeckt wurde. Die Erklärung wurde am 5. Juni im sozialen Netzwerk X veröffentlicht. In dem Dokument erkennt die ukrainische Seite die Verantwortung für den Vorfall an und bezeichnet ihn als „Ergebnis von Umständen, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden“.

Ursachen und Umstände des Vorfalls

Laut dem Verlag „Ukrainska Prawda“ wurde die Drohne, die etwa 100 kg Sprengstoff trug, bereits im Mai von lokalen Fischern entdeckt. Vermutlich verlor das Gerät die Verbindung zum Bediener aufgrund eines Fehlers im Fernsteuerungssystem. Das Ziel des Angriffs soll, den Berichten zufolge, ein Schiff des russischen „Schattenflottas“ gewesen sein, das im Mittelmeer unterwegs war.

Die Insel Lefkada liegt mehr als 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Da die Ukraine keinen Zugang zum Ionischen oder Mittelmeer hat, deutet dies auf eine komplexe Logistik der Operation hin. Die Agentur dpa berichtet, dass der Start der See-Drohnen möglicherweise von einer Basis im westlichen Libyen aus erfolgte. Bereits Anfang März wurde ein ähnlicher Angriff ukrainischer See-Drohnen vor Malta registriert, bei dem ein russischer LNG-Tanker beschossen wurde, der nach Ägypten unterwegs war.

Reaktion Athens und Position Kiews

Griechenland hat am 3. Juni einen diplomatischen Protest bei Kiew eingereicht. Athen hat deutlich gemacht, dass es nicht zulassen wird, dass das Mittelmeer zu einem Kriegsschauplatz wird. In Reaktion darauf betonte die Ukraine ihre Verpflichtung zu den Normen des Völkerrechts und den Prinzipien der Sicherheit des zivilen Schiffsverkehrs und erklärte ihre Bereitschaft, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

In der Erklärung des ukrainischen Außenministeriums wurde auch der Dank an Griechenland und das griechische Volk für die unveränderte Unterstützung seit den ersten Tagen der vollen Invasion Russlands zum Ausdruck gebracht. „Die Ukraine schätzt ihre freundschaftlichen Beziehungen zu Griechenland sehr hoch“, betonte Georgiy Tychiy. Kiew ist überzeugt, dass dieser Vorfall, wie auch ähnliche Fälle in anderen Regionen, zeigt, dass die anhaltende Aggression Russlands gegen die Ukraine nicht nur eine Bedrohung für die Ukraine selbst, sondern auch für benachbarte befreundete Staaten, Europa und die Welt insgesamt darstellt.

Ausblick auf die Beziehungen

Trotz der Spannungen betonte die ukrainische Seite ihre Bereitschaft, die freundschaftlichen Beziehungen zu vertiefen und einen konstruktiven Dialog in allen Bereichen zu führen, die von gemeinsamem Interesse sind. Der Vorfall mit der Drohne vor Lefkada war eine ernste Prüfung für die bilateralen Beziehungen, doch beide Seiten streben danach, Stabilität und gegenseitiges Verständnis unter den Bedingungen des anhaltenden Konflikts zu bewahren.