Die ukrainische Verteidigungsindustrie ist in eine neue Phase der Entwicklung von Raketenabwehrsystemen eingetreten. Der Chefkonstrukteur des Unternehmens Fire Point, Denis Stilerman, bestätigte offiziell, dass die Rakete FP-7.x, die für den Abfang von ballistischen Zielen bestimmt ist, vollständig einsatzbereit ist und die Tests erfolgreich bestanden hat.
Technische Spezifikationen und Testergebnisse
Laut den Entwicklern verliefen die Tests erfolgreich. Die Rakete demonstrierte die Fähigkeit, komplexe Manöver während des Fluges auszuführen. Nach Angaben von Stilerman wich das Munitionsgut bei maximalen Beschleunigungen von der Kurslinie ab und führte aggressive Befehle vom C2-Kommandozentrum aus. Dies bestätigt, dass das System vollständig flugsteuerbar ist und für die Erfüllung seiner Aufgaben bereitsteht.
Interessanterweise hat das Konzept der Rakete seine Wurzeln in der Sowjetzeit: Ursprünglich wurde es als Abfangrakete für ballistische Raketen entwickelt, und die modernen Weiterentwicklungen haben diese Basis lediglich an die aktuellen Anforderungen angepasst.
Die wichtigsten Merkmale der FP-7.x sind beeindruckend:
- Rumpflänge: 7,25 Meter.
- Äußerer Durchmesser: 1,15 Meter.
- Rumpfdurchmesser: 0,53 Meter.
- Erreichte Geschwindigkeit: von 1500 bis 2000 Metern pro Sekunde.
- Materialien: Verbundwerkstoffe.
Deutsche Zusammenarbeit: Radare und Suchköpfe
Um ein vollwertiges Freya-System zu schaffen, hat sich die Ukraine für eine tiefe Integration mit westlichen Partnern entschieden. Heute wurde eine Vereinbarung mit dem deutschen Unternehmen Hensoldt unterzeichnet. Der Lieferant, bekannt für seine Lösungen für IRIS-T-Systeme, wird TRML-4D-Radare bereitstellen.
„Ihr Radar wird die Funktion der Erkennung übernehmen... jetzt werden wir es mit unserer Rakete und dem C2-Zentrum verbinden und Befehle empfangen, um die Rakete in den Bereich zu lenken, in dem sie eine ballistische Rakete abfangen kann', erklärte der Konstrukteur.
Neben den Radaren wird auch an einem Suchkopf gearbeitet. Die Munition wird mit einem halbaktiven Infrarotsystem ausgestattet, dessen Entwicklung gemeinsam mit dem deutschen Konzern Diehl Defence erfolgen wird, der auf IRIS-Systeme spezialisiert ist.
Kontext: Mangel und Strategie
Die Entwicklung eigener Abfangmittel erfolgt vor dem Hintergrund eines akuten Mangels an westlichen Systemen. Die Luftstreitkräfte der Ukraine berichteten über einen kritischen Mangel an Raketen für die Systeme Patriot, NASAMS und IRIS-T. In einigen Einheiten ist der Munitionsvorrat praktisch erschöpft, und die Kommandanten müssen um 5-10 Raketen bitten, um die Verteidigungslinie aufrechtzuerhalten.
Zuvor hatte Denis Stilerman erklärt, dass die ukrainischen ballistischen Raketen FP-7 und FP-9 Analoga der amerikanischen ATACMS sein sollen, wobei ihre Kosten etwa die Hälfte betragen werden. Die Entwicklung der FP-7.x erscheint als nächster logischer Schritt in der Strategie der Importsubstitution und der Kostensenkung von Luftabwehrmitteln.